Die größten Bibliotheken

JR Skye Bibliothek / J.R. Skye Asien Buch Bücher lesen / China Hong Kong
Wahre Schätze bergen oftmals asiatische Einrichtungen: Uralte Handschriften, seltene Manuskripte - nicht nur Kochrezepte oder Einsichten über elementare Fragen des Lebens. Vielerorts überraschend gemütlich arrangiert...

Auf meinen Reisen zieht es mich immer wieder in Bibliotheken: Für alle jene, die die Welt der Bücher als Abenteuer und Zeitreise begreifen, habe ich hier eine kleine Liste meiner Highlights zusammengestellt. Die größte von mir je besuchte Einrichtung (annähernd 800 weltweit) war die British Library in London - zugleich die größte unseres Planeten mit über 170 Millionen Medien. Obwohl ich am Tag meines Besuchs alles andere als alleine durch die beeindruckenden Hallen wandelte, genoss ich den Anblick vielerlei Kostbarkeiten wie jene Sammlung King Georges, die sich abgeschirmt in einem Glasturm befinden oder jener unzähliger Handschriften in den unteren Etagen. Mein Besuch der Nationalbibliothek von Malta gehört...

JR Skye Bibliothek / J.R. Skye Asien Buch Bücher lesen / China Hong Kong
Favoriten des Bibliothekswesens: Zahlreiche asiatische Büchereien (mit ihren teilweise umfangreichen Manuskriptsammlungen) gehören zu meinen Lieblings-Einrichtungen...
...unter Umständen wird hier nicht nur Chinesisch verstanden! Chinesische Nationalbibliothek (中國國家圖書館 / 中国国家图书馆), Peking
...unter Umständen wird hier nicht nur Chinesisch verstanden! Chinesische Nationalbibliothek (中國國家圖書館 / 中国国家图书馆), Peking

...gehört zu den Top 5 meiner - nicht nur an Regentagen - durchgeführten Visiten, asiatische Einrichtungen gehören grundsätzlich zu meinen Favoriten und ein Hort des Wissens - wiedererstanden in Nordafrika - stellt trotz ihrer jetzigen Erscheinung die ultimative (einst the state of art)  Bibliothek der Bibliotheken dar.   

Chinesische und manjurische Handschriften und seltene Fibeln...
Chinesische und manjurische Handschriften und seltene Fibeln...

Neben den größten Bibliotheken erhalten an dieser Stelle auch einige der kleinsten Literaturarchive Würdigung - wie Privat- und Hofbibliotheken, Gemeindebüchereien, Fach- und

Universitätsbibliotheken (Kunstbibliotheken) sowie diverse Literaturarchive, Stadtteilbüchereien und Handbibliotheken.

Bibliothek Chateau d´Hattonchatel, 50 km südöstlich von Verdun (Frankreich)...
Bibliothek Chateau d´Hattonchatel, 50 km südöstlich von Verdun (Frankreich)...
Die ältesten, in Dänisch verfassten Memoranden (Kongernes Jelling, Dänemark)...
Die ältesten, in Dänisch verfassten Memoranden (Kongernes Jelling, Dänemark)...
Neben den größten Bibliotheken erhalten an dieser Stelle auch einige der kleinsten Literaturarchive Würdigung - wie die "Biblioteca Municipaldo Nordeeste" auf den Azoren (Sao Miguel)...
Neben den größten Bibliotheken erhalten an dieser Stelle auch einige der kleinsten Literaturarchive Würdigung - wie die "Biblioteca Municipaldo Nordeeste" auf den Azoren (Sao Miguel)...
National Library of South Africa, Cape Town: einige Dokumente sind sogar mit dem Schriftzug "William Shakespeare" deklariert!
National Library of South Africa, Cape Town: einige Dokumente sind sogar mit dem Schriftzug "William Shakespeare" deklariert!

...hier lagern nicht nur einige der ältesten Bücher des Kontinents:

Das Bibliothekswesen in Südafrika ist recht komplex organisiert (u.a. Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken, Einzelbibliotheken in den Zentren Kapstadt/Johannesburg, Bibliotheksautoritäten in jeder Provinz) und startete in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die National Library of South Africa (NLSA) tritt mit zwei Ablegern in Erscheinung: in Pretoria und Kapstadt! 

Auch am Matterhorn werden Bücher gelesen: Gemeinde Bibliothek Zermatt, Schweiz!
Auch am Matterhorn werden Bücher gelesen: Gemeinde Bibliothek Zermatt, Schweiz!
"After visting the National Library of China (NLC /中國國家圖書館 / 中国国家图书馆) straight ahead into in the largestbookstore of Beijing: the magic number is 7!"
"After visting the National Library of China (NLC /中國國家圖書館 / 中国国家图书馆) straight ahead into in the largestbookstore of Beijing: the magic number is 7!"

British Library in London, die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs

Eine einmalige, aber für mich unvergessliche Visite; die sich grob von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang erstreckte. Am Morgen meines Besuchs - natürlich war es neblig und es hat geregnet - begleitete mich übrigens eine größere Menschenansammlung in das moderne Gebäude (die Bibliothek befindet sich also nicht in einem altehrwürdigen, historischen Bau, sondern tatsächlich in einem dem Baustil Moderne zuzurechnenden Komplex, der sich darüber hinaus vor einem weitläufige Vorplatz im Stile einer italienischen Piazza erhebt), und am Abend wieder heraus. Mit einem gewaltigen Besucherandrang, der in dieser äußerlich betrachtet ziemlich unbritischen Bibliothek auch an einem gewöhnlichen Wednesday nicht abebbt (Ihr entrichtet übrigens keine Eintrittsgebühr), müsst Ihr Euch also, wenn Ihr die Bibliothek denn ebenfalls besuchen möchtet, im Sekundentakt arrangieren.  

British Library, St. Pancras (London Borough of Camden, l.)
British Library, St. Pancras (London Borough of Camden, l.)
"Discovering the past of England on historical maps."
"Discovering the past of England on historical maps."
"Die Kabbala oder die Religionsphilosophie der Hebräer" -  Adolphe Franck, 1844
"Die Kabbala oder die Religionsphilosophie der Hebräer" - Adolphe Franck, 1844

Ausgewiesenen Touristen stehen allerdings - für mich ein wenig überraschend - sehr viele Bereiche offen, Ihr könnt zum Beispiel Handschriften und Manuskripte einsehen, wechselnde Ausstellungen begutachten (in diese Bereiche zieht es die meisten Touristen) oder Autographe verschiedener Musiker wie Schubert, Mozart oder auch der Beatles bewundern.  

Marco Polo, Caesar und Tacitus...
Marco Polo, Caesar und Tacitus...

Dieser Hort des Wissens beinhaltet alles, was aus druckerzeugnis-technischer Sicht in Großbritannien an die Öffentlichkeit geraten ist (also publiziert wurde) wie Traktate, Broschüren, Zeitschriften, Zeitungen und natürlich, wie sollte es anders sein, Bücher. Aber auch Karten, Kunstdrucke und Gemälde sowie Tonaufnahmen, Patente und Briefmarken. Wie in jeder Nationalbibliothek...


Eine der exotischsten Bibliotheksbesuche auf rollenden Eisenrädern: über Schinen von Bangkok über Malaysia nach Singapur...
Eine der exotischsten Bibliotheksbesuche auf rollenden Eisenrädern: über Schinen von Bangkok über Malaysia nach Singapur...

Kurz vor dem Lösen der Fahrkarte wird der rote Teppich ausgerollt: Fahrten in luxuriösen Zügen, die mich in die Zeit des beginnenden, dampfbetriebenen Individual-Reiseverkehrs im Vorderen oder Mittleren Orient katapultieren, stellen keine Seltenheit dar - hier im Eastern & Oriental Express von Bangkok über Malaysia nach Singapur. 3 Tage in holzgetäfelten Abteilen und Korridoren, einem mit niemals zur Neige gehenden Vorräten vollgestopften Restaurant- und Barwagen (inklusive Klavier) sowie einer Bibliothek und offenem Beobachtungspunkt im letzten Waggon - dieser Bibliotheksbesuch inkl. Übernachtungsmöglichkeit ist an Exotik kaum zu überbieten...   


...wird auch hier von sämtlichen Werken mindestens 1 Exemplar möglichst vergilbungssicher eingelagert, was den Bestand jährlich um offiziell 3 Millionen Exemplare anwachsen lässt. 

Wifi steht übrigens im gesamten Gebäude kostenlos bereit, Ihr könnt also überall an Euren Laptops (und Smartphones) "arbeiten". Es werden sogar kleine Führungen angeboten, die Euch Einblick in den von mir zu jeder Tageszeit beobachteten lebhaften Bibliotheksbetrieb gewähren.

“At night, here in the library, the ghosts have voices.” Alberto Manguel, The Library at Night
“At night, here in the library, the ghosts have voices.” Alberto Manguel, The Library at Night

Die Reading Rooms öffnen sich nur Inhabern eines Bibliotheksausweises. Da ich selbst Ausweise gleich dreier Deutscher Bibliotheken besitze und durch jahrelange Besuche dieser Einrichtungen in vielen Ländern also ungefähr weiß, wie jene arbeiten, gibt es auch hier Möglichkeiten - als interessiertem Gast, mit einem spirituellen Buch in der Hand, z. B. über das frühe Christentum - an den Tischen der Leseräume Platz zu nehmen und Euer Studium voranzutreiben. Voraussetzung ist jedoch nicht nur britische Höflichkeit; sondern auch das ernsthafte Anliegen, das im zur Verfügung gestellten Schrifttum wiedergegebene Wissen auch reflektieren zu wollen. Gerade im Untergeschoss der Bibliothek findet Ihr neben religiösen Schriften die eigentlichen Schätze des Museums, wie das einzige erhaltene Manuskript des Beowulf, zwei Originale der Magna Carta (während meines Besuchs in einer Sonderausstellung präsentiert), Bände von Francis Bacon oder der Person Shakespeare zugeschriebenen Werke.    

Alles in allem beherbergt die British Library über 25 Millionen reale (physisch greifbare) Bücher, das Inventar ist überaus beeindruckend. Selbstverständlich steht ein Café und - etwas weniger natürlich - ein (Touri-)Shop zur Verfügung.  

 

 

Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand), Paris

Die Französische Nationalbibliothek verteilt sich auf verschiedene Gebäude nicht nur in Paris; meine hier wiedergegebenen Notizen beziehen sich auf die neue Bibliothèque nationale de France in der französischen Hauptstadt, die bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterließ. Grundsätzlich gehört das Konstrukt der Französischen Nationalbibliothek zu den größten Büchersammlungen der Welt und rangiert unter den Top 10 der Hitparade. Die angesprochene Site (so werden offiziell die unterschiedlichen Wirkungsstätten der Bibliothek bezeichnet) ist eine architektonische Sehenswürdigkeit und wirkte auf mich durchaus beeindruckend - zumindest das äußere der Anlage...

Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand), Paris
Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand), Paris

...mit seinem 12.000 Quadratmeter großen, grün bewaldeten Garten: vier spiegelnde Glastürme in Form aufgeschlagener Bücher ragen jeweils 79 Meter in den Himmel, jeder mit eigenem Namen und Zuständigkeitsbereich ausgestattet - Turm der Zeit, Turm der Zahlen, Turm der Buchstaben bzw. Briefe und Turm der Gesetze. Eine wunderbare Spielart neuzeitlicher (Wort-)Architektur. Die Bibliothek, die ehrenhalber den Namen des Ex-Staatspräsidenten François Mitterand trägt, hat mir dagegen im Innern überhaupt nicht gefallen, womit wir beim Haken der Einrichtung angelangt wären: selbst Kuriositäten wie seltene Handschriften oder eine durchaus hübsch arrangierte Sonderausstellung werteten meinen von langer Hand geplanten Aufenthalt nicht auf. Das Innere präsentierte sich mir nicht nur architektonisch zu funktional, beinahe kalt; Besucher wurden hier - so mein Eindruck - als Kunden abgefertigt. Ein großer Gegensatz zur British Library oder der unten beschriebenen Bibliothek des Trinity College in Dublin. Macht Ihr Euch auf den Weg zur neuen Nationalbibliothek in Paris, empfehle ich lediglich einen Blick auf das großartige Äußere der Anlage. 

Historische Lexika, 17. Jahrhundert. Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand), Paris
Historische Lexika, 17. Jahrhundert. Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand), Paris
Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand), Paris
Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand), Paris
Kolumbinische bzw. insulare Bibliotheken...
Kolumbinische bzw. insulare Bibliotheken...
...gesehen auf Gran Canaria (l.) und in London (r.)...
...gesehen auf Gran Canaria (l.) und in London (r.)...
Keine Bibliothek (l.) - denn hier stehen Bücher zum Verkauf. Mitten in Paris. Die Auslage eines minimalistischen Antiquariats in St. Germain. Rechts: gesehen in Norwegen...
Keine Bibliothek (l.) - denn hier stehen Bücher zum Verkauf. Mitten in Paris. Die Auslage eines minimalistischen Antiquariats in St. Germain. Rechts: gesehen in Norwegen...

Bibliothek des Trinity College, Dublin

Die Universitätsbibliothek des 1592 gegründeten Trinity College besuchte ich im Rahmen einer 2-tägigen Reise nach Newgrange (siehe meinen Irland-Reisebericht, ganz unten weiterlesen>>> ) und gehört unbedingt zur Agenda "Dublin-Sehen" eines jeden Irland-Reisenden!   

Die Trinity-Bibliothek ist die größte Bibliothek Irlands und eine meiner Lieblings-Büchereien weltweit. Mit 4,5 Millionen Bänden wahrlich nicht zu den größten des Planeten zählend, strahlte das gesamte, altehrwürdige College-Areal, aber speziell die Bibliothek mit ihren Handschriften, Manuskripten, Drucken und Inkunabeln (hier lagert unter anderem das Book of Kelts) während meines Besuchs einen behaglichen, beinahe märchenhaften Eindruck aus. Die Bibliothek ist übrigens nicht mit der Irischen Nationalbibliothek zu verwechseln, die ebenfalls in Dublin ansässig ist.

Bevor Ihr die Bibliothek des Trinity College besucht, solltet Ihr Euch zunächst geistig das Gebäude-Labyrinth vergegenwärtigen, denn zur Einrichtung gehören ganze 5 Gebäude: 4 befinden sich auf dem Universitäts-Campus (darunter die Alte Bibliothek, auf die sich Eurer Besuch fokussieren sollte), die medizinische-Bibliothek ist dagegen in das St. James´s Hospital ausgelagert.

Die Alte Bibliothek ist die Attraktion eines jeden Besuches des Trinity College, genauer der beeindruckende Long Room - eine 64 Meter lange und 12 Meter breite, holzgewölbte Bücherhalle. Auch der Lesesaal für frühe Drucke und der Handschriftenlesesaal sind beeindruckend. Erbaut zwischen 1711 (!) bis 1732, strahlen auch diese beiden Räumlichkeiten trotz ihrer Schlichtheit eine gewisse Würde aus. Die hölzernen Pulte, die auch für Euch als Besucher frei zu belegen sind, verstärken diesen Eindruck entscheidend.

 

Streng, aber ohne Einwand   

Mein Fazit: Durch das Bücherabteil des Trinity College weht der Hauch einer etwas vergilbten, aber - aus zeitlich sicherem Abstand betrachtet - durch und durch glanzvollen Zeit.    

Jelling Bibliothek
Nach Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes Jelling/Dänemark steht ein Abstecher in die kleine, gut sortierte Ortsbibliothek auf meinem Ausflugs-Programm...
Einigen Bibliotheken nähere ich mich über Stock und Stein: Mandal Library (die Einrichtung ist jenseits des roten Wasserballs zu lokalisieren), Havnegata 2, Mandal/Norwegen...
Einigen Bibliotheken nähere ich mich über Stock und Stein: Mandal Library (die Einrichtung ist jenseits des roten Wasserballs zu lokalisieren), Havnegata 2, Mandal/Norwegen...

Dänische Königliche Bibliothek

Während meiner zahlreichen Dänemark-Aufenthalte des Öfteren besucht, ist die Dänische Nationalbibliothek in Kopenhagen die 7. größte Bibliothek der Welt und für immer mit einem der größten Buchdiebstähle der Menschheitsgeschichte verbandelt. Zwischen 1968 und 1978 wurden aus dem Bestand über 3.000 historische Bände entwendet, als Täter entpuppte sich erst 2003 ein Mitarbeiter der Orient-Abteilung. Ein spektakulärer Vorgang, dessen vollumfängliche Betrachtung einen ganzen Abend in Anspruch nehmen dürfte. Dem alten Hauptgebäude Holm ist übrigens ein moderner, spektakulärer Neubau Namens Schwarzer Diamant angegliedert.        

 

Königliche Bibliothek, Stockholm

Die Kungliga biblioteket, wie die Nationalbibliothek Schwedens offiziell heißt, hat mich durch ihre lockere Atmosphäre beeindruckt, weniger durch ihre Größe -  obwohl dieser Hort des Wissens an Nummer 17 der Größten-Bibliotheken-Hitparade steht. Seit 1878 im Nobelviertel Östermalm beheimatet, ist die Bibliothek in den kultivierten Park Humlegarden eingebettet. Eine Besonderheit sind die Personenarchive, zum Beispiel von Astrid Lindgren oder Dag Hjalmar Agne Carl Hammarskjöld. Da auch an diesem Ort - wie in sämtlichen National-Bibliotheken dieser Welt - sämtliche nationalen Druckerzeugnisse untergebracht werden, sind hier selbstverständlich auch die kompletten Jahrgänge der literarisch wertvollen IKEA-Kataloge eingelagert.         


"Mit meiner Bibliothek verbindet mich das ausgedehnte Gespräch." Marcus Tullius Cicero
"Mit meiner Bibliothek verbindet mich das ausgedehnte Gespräch." Marcus Tullius Cicero

Spanische Nationalbibliothek, Madrid

Gegründet 1712, gehört die Biblioteca Nacional de España in den sich nähernden 2020er Jahren ebenfalls zu den größten Bibliotheken der Welt (Position Nummer 12). Und zu den architektonisch schönsten, die ich bisher besucht habe. In einem klassischen Gebäude in La Castellana mit zahlreichen Säulen und Skulpturen untergebracht, gleicht die Einrichtung von außen (und teilweise im innen, vor allem in den Leseräumen, darüber hinaus geht das Innen-Ambiente in das modernistische über) einem römischen Bauwerk; innerhalb des Gebäudes (keine Eintrittsgebühr) werdet Ihr Euch außerdem - für mich überraschend - ohne Kenntnisse der spanischen Sprache nur eingeschränkt zielsicher bewegen können. Sämtliche Beschilderung ist ausschließlich in Spanisch verfasst. Mein Besuch erstreckte sich lediglich über eine Stunde, ich statte der Bibliothek also gewissermaßen eine Stippvisite ab; dennoch hinterließ das Ambiente einen bleibenden Eindruck: Als besonders eindrucksvoll sind mir die gewölbten, mit Malereien verzierten Deckenkonstruktionen der riesigen Lesesäle in Erinnerung geblieben.   

 

Alte Griechische Nationalbibliothek, Athen

Während meines 10-monatigen Aufenthaltes in Griechenland besuchte ich natürlich auch die Εθνική Βιβλιοθήκη!

Das Hauptgebäude der alten Bibliothek (seit 2016 gibt es einen Neubau, das "wichtigste Bauprojekt Griechenlands der Moderne") ist das mit Abstand schönste Bibliothekgebäude, das ich je besucht habe. Im klassisch griechischen Stil errichtet (Neoklassik, erbaut 1829), strahlt dieses Bauwerk aus meiner Sicht das Selbstbewußsein der griechischen Antike aus - obwohl es vom dänischen Architekten von Hansen entworfen wurde, der in seiner bekannten Trilogie auch die Universität und die Akademie von Athen konzipiert hat. Für den stetig wachsenden Bestand zu klein - und für dessen Sicherung technologisch überhaupt nicht ausgerüstet - wurde eben dieser in ein futuristisches Gebäude im Süden Athens um-transferiert. Das säulenbespickte Innere der alten Bibliothek ist nun nicht mehr ohne weiteres zugänglich; ich bin glücklich, einst voller Bewunderung mit offenem Mund durch diese prächtigen Hallen gestolpert zu sein.

 

Nationalbibliothek Thailands

Ein zentraler Aufbewahrungsort für Medien aller Art war in Siam zunächst unbekannt - lokale Tempel und Klöster konservierten das relevante Schrifttum in ihren zumeist holzgetäfelten Räumlichkeiten und Gemäuern. Bis 1883 die erste Bibliothek als eine Art Klub für die Thai-Aristokratie gegründet wurde. 1905 wurde schließlich die Bibliothek für die Hauptstadt geründet, aus der sich letztendlich die Nationalbibliothek entwickelte. In der Thanon Samsen-Road gelegen, ist das Gebäude innen wie außen auffällig schlicht gehalten. Stattet Ihr dieser Bibliothek einen Besuch ab, beobachtet den gelassenen Bibliotheksbetrieb - Ihr erlebt das sympathische Thailand live. Schüler halten hier gelegentlich in größerer Anzahl ihr Mittagsschläfchen ab.

 

Nationalbibliothek Singapur

Hier ist (fast) alles auf Moderne ausgerichtet: Von außen futuristisch (wie sollte es in Singapur auch anders sein?), bietet das von Innen nicht besonders anspruchsvolle Gebäude auf vielen Etagen Medien unterschiedlichster Prägung. Erstklassige Beschilderung (selbstverständlich wie überall in Singapur in Englisch), viel Grün. Die oberen Etagen bieten außerdem einen schönen Ausblick auf die Gebäude der Marina Bay (wie jene 3 - miteinander verbundenen - Türme des Marina Bay Hotels). Wechselnde Ausstellungen, extrem kinderfreundlich, während meines Aufenthaltes trat sogar eine Musikgruppe auf. Mehr geht nicht? Lest meinen Reisebericht über Singapur... weiterlesen>>>

 


Tschechische Nationalbibliothek, Prag

Hier werdet Ihr einer Menge an die Decke starrende Besucher begegnen: Allerdings nur an  den Türen der mit Büchern prall gefüllten Räumlichkeiten, denn näher dürft Ihr an die alten Werke dieser Nationalbibliothek nicht heran. Ich habe die im Clementinum der Prager Altstadt liegende, auf Repräsentation ausgelegte Einrichtung im Rahmen einer Führung besucht; die einzige Möglichkeit überhaupt, sich in dieser Bibliothek zu bewegen. Die Deckenfreskos sind überragend und stellen Kunst und Wissenschaft dar, vom Turm (Aufstieg in jeder Führung inklusive) habt Ihr einen phantastischen Ausblick auf Prag. Fotos dürft Ihr keine knipsen, der Gesamtaufenthalt im Rahmen einer Führung beträgt 1 Stunde.  

 

Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek gehört für mich zu den 10 schönsten Räumlichkeiten der Welt! 80x15x20, das sind die Maße des mit Deckenfresken von Daniel Gran im Jahr 1730 ausstaffierten, beinahe sakralen Sphäre. Dazu gesellen sich die Kaiserstatuen der Brüder Strudel sowie Skulpturen von Lorenzo Mattielli. Der Prunksaal war auch das erste Gebäudeteil der Bibliothek (die ich übrigens als Gesamtkunstwerk begreife), die zwischen 1723 bis 1726 errichtet wurde. Die zweistöckige Bibliothek, die Teil der Hofburg ist, machte auf mich einen stark musealen Eindruck - so schlenderte ich während meines Besuchs an alten Globen, Manuskripten, Karten und Büchern vorbei, ohne mich diesen wirklich zu nähern. Denn die ebenso mit Wandgemälden und Holzschnitzereien ausgestattete Bibliothek provoziert - allenthalben offensichtlich - vornehme Zurückhaltung. Zierdecken und umfangreiches Dekor fand ich auf Schritt und Tritt, ebenso haben mir - neben imposanten Marmorsäulen - die riesigen, offenen Bücherregale gefallen (eine Menge Material werdet Ihr allerdings hinter Glas vorfinden). Bemerkenswert empfand ich den Umstand, daß die sehenswerten Räumlichkeiten während meines Besuches - immerhin an einem Sonntag, was ich reisetechnisch möglichst ausschließe, sich hier aber nicht vermeiden ließ - alles andere als gut besucht waren.  

 

Meteora und Athos - die verborgenen Kloster-Bibliotheken, Griechenland

Hier begeben wir uns auf schwieriges, aber hochinteressantes Terrain. Seid Ihr in erster Linie am Informationsgehalt von grundlegendem Schrifttum oben genannter Regionen interessiert, kommt Ihr an folgenden, kleineren Bibliotheken nicht vorbei. Gelingt es Euch, in die Schatzkammern jener Einrichtungen vorzustoßen, warten jedoch gewaltige, linguistische Hürden auf Euch. Es sei denn, Ihr seid mit dem Kyrillischen-, Griechischen-, Armenischen-, durchaus auch Koptischen- und Lateinischen Alphabet vertraut. Unter Umständen wäre auch Kenntnis der Gotischen- und der Glagolitischen Schrift hilfreich. Macht Ihr Euch auf den beschwerlichen Weg - unter Umständen nach Griechenland - hier einige wenige Hinweise aus meinem Reisebericht nach Athos weiterlesen>>> , (Achtung: die Schranken dieser autonomen Region öffnen sich ausschließlich Männern) die Euch bei Euren Recherchen weiterhelfen könnten:     

Seid Ihr an ein Eintauchen in christliche Mystik, in altes Schrifttum - oder einem Gegenüberstehen vor uralten, sakralen (Kult-) Gegenständen - in den Klösten Meteoras und Athos´ in Griechenland interessiert, wird es schwierig. Da Orthodoxie eine Kanonisierung all jenem (nicht nur schriftlichen) Materials beinhaltet, welches einst breitgefächerter vorlag und an dem Ihr unter Umständen interessiert sein könntet, wäre eine Öffnung der Archive sowieso ein ziemlicher Widerspruch. Mit 95%iger Sicherheit bleiben Eure Recherchen auf Gespräche mit Pilgern - aber auch Mönchen - und durchaus interessanten Besuchen der Gottesdienste (auch des um 4 Uhr nachts stattfindenden "Orthros", Zugang nicht in jedem Kloster) beschränkt. Seid Ihr nicht nur an einer museal ausgestellten "ältesten Abschrift des Markus-Evangeliums", wie jener auf Patmos (Johanniskloster) weiterlesen>>> interessiert, vor der ich im Rahmen meiner Patmos-Reise gestanden habe, wäre ein Besuch des Klosters Megisti Lavra auf Athos interessant.

 

So gestaltet sich übrigens ein Ausflug in eine Klosterbibliothek Meteoras (aus meinen Meteora-Aufzeichnungen): 

 

Die Meteora-Klöster in Thessalien, wie ich sie sah: Ähnlich wie jene Bauwerke auf Athos zunächst etwas düster. Aber im Licht der Sonne - oder gar des Vollmondes - durchaus erhellend. Und als halb verfallene Einzelgemäuer (zu fast jeder Tages- und Nachtzeit) in schwindelerregender Höhe sogar frei begehbar...  

Meteora Klöster, Griechenland
Meteora Klöster, Griechenland

In der Nähe Eurer beiden Ziele Monakón und Pnévma: Das ist Meteora, das sind die von Euch vorgefundenen Koordinaten: Links des freischwebenden, auf mehreren Metern völlig ungeschützten Weges geht es 200 Meter in die Tiefe. Die Felsen rechts ragen dicht über Eure Köpfe auf die senkrecht zu Eurer linken - noch einmal 100 Meter - aufsteigenden Felsen hinweg. Im Hintergrund wabert unterdessen nebulös Kalambaka hervor. Eure Position bietet zuweilen nur wenige, grifffeste Anhaltspunkte...

 

Bibliothek der Abtei Santo Domingo de Silos, Spanien

Zunächst sei erwähnt, daß dieses nordspanische Benediktinerkloster mit bildhauerischen Arbeiten geradezu überfrachtet wurde, besonders der Kreuzgang als weltbekanntes Paradebeispiel romanischer Baukunst. Ich besuchte Silos übrigens nicht im Rahmen einer Begehung des Jakobsweges, der dicht an der Stadt vorbeiführt, sondern zusammen mit Burgos als Zwischenziel eines Trips in die baskische Metropole Bilbao.

Die Bibliothek, die ich mir unter mönchischer Aufsicht nur wenige Minuten angesehen habe, war eine im Mittelalter nicht nur hochgeachtete, sondern auch stark frequentierte Einrichtung und beherbergt bis heute seltene Handschriften und Manuskripte (u.a. das älteste erhaltene christliche Buch in Papierform aus dem Jahr 1151). Eine der bedeutsamsten Handschriften, eine Beatus-Apokalypse (genauer: die Silos Apocalypse) wurde jedoch nach ihrem Erwerb im 19. Jahrhundert in die British Library nach London ausgelagert. Eine jener Bibliotheken, in denen ich gerne mehr Zeit verbracht hätte...   

 

Auch das: Die unattraktivste Bibliothek, die mir je untergekommen ist - in einer der schönsten Städte Europas (Krakau). Restauration und Renovierung? Dringend angeraten!
Auch das: Die unattraktivste Bibliothek, die mir je untergekommen ist - in einer der schönsten Städte Europas (Krakau). Restauration und Renovierung? Dringend angeraten!

National Library of Malta, Valletta

Die National Library of Malta ist am Republic Square beheimatet, gegenüber dem Großmeisterpalast, in Gehweite zur Universität. Ich besuchte die Bibliothek im Rahmen meines 7-tägigen Malta-Aufenthaltes zusammen mit Sonja. Die Bücherei habe ich jedoch im Alleingang aufgesucht, zwischen einer ausgiebigen Besichtigung Vallettas und Florianas. Die Nationalbibliothek ist augenscheinlich kein außergewöhnlicher Ort; dennoch war sie für mich  etwas ganz besonderes, da ich ausgesprochen herzlich empfangen wurde und während meines Rundganges sämtliche Räumlichkeiten betreten durfte - auch die der Öffentlichkeit nur selten präsentierten - die mich interessierten. Die Atmosphäre dieser Einrichtung - zuweilen riesige, mit alten Büchern beladene, dunkle Holzschränke - sagte mir zusammen mit dem herzlichen Empfang so sehr zu, daß ich sie zu meinen Top 5 zähle.   

 

Meine eigene Bibliothek (4.000 Bände), Detailausschnitt, Sektion "Rom"

Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt

Neben der Stadtbücherei Frankfurt, der Stadtbibliothek Aschaffenburg und der Grimmelshausen-Bibliothek Gelnhausen stellt die Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt (es existiert auch ein Standort in Leipzig) gewissermaßen meine Heimatbibliothek dar. Für mich als zentrale Archivbibliothek eher uninteressant, beherbergt die auf die beiden genannten Städte verteilte, 10. größte Bibliothek der Welt auch eines meiner Werke, welches ich in den 1990er Jahren in geringer Auflage (heute vergriffen) veröffentlicht habe: Das Lexikon Die Europäischen Fußballvereine, zusammen mit dem DP-Naumann/Gelnhausen.   


to be continued...