Republik Irland

"I travel to #Ireland several times a year, this is one of the most beautiful places: drinking red wine at CONOR PASS (An Chonair) #Dingle #Kerry #WildAtlanticWay (52° 10′ 54.94″ N, 10° 12′ 26.33″ W)."
"I travel to #Ireland several times a year, this is one of the most beautiful places: drinking red wine at CONOR PASS (An Chonair) #Dingle #Kerry #WildAtlanticWay (52° 10′ 54.94″ N, 10° 12′ 26.33″ W)."
"Staigue Fort (Cathair na Stéige), Iveragh, Republic of #Ireland #Eire #VisitIreland #WildAtlanticWay."
"Staigue Fort (Cathair na Stéige), Iveragh, Republic of #Ireland #Eire #VisitIreland #WildAtlanticWay."

 

Irland - die westlichen Halbinseln Iveragh ("Ring of Kerry") und Dingle sowie das östliche Newgrange

Individuell per Mietwagen, Startpunkt Killarney (Iveragh/Dingle) und Dublin (Newgrange)  

 

In Irland (Republik) plane ich immer wieder Aufenthalte ein: Vom Flughafen Killarney aus startete ich in diesem beschriebenen Trip mit Mona-Liza eine 8-tägige Reise per Mietwagen über die westlichen Halbinseln Iveragh (Teil 1, "Ring of Kerry", 179 Kilometer) und Dingle (Teil 2, 132 Kilometer). Nach einer weiteren Landung in Dublin - einige Wochen später - machte ich mich übrigens im Alleingang auf den Weg zu dem in der Grafschaft Meath gelegenen jungsteinzeitlichen Hügelgrab von Newgrange, dessen Verlauf ich kurzerhand in Teil 3 nachzeichne. 

 

 

Iveragh Halbinsel

Iveragh hält den nicht ganz unbekannten "Ring of Kerry" zur Erforschung bereit. Offiziell erstreckt sich die spektakuläre Panoramastraße (N70) 179 Kilometer über die Peninsula, wir bewegten uns satte 223 Kilometer über die 3 Küsten der Halbinsel. Als "Kerry Way" ist die Wander-Variante des Rings in die Hiking-Literatur dieser Welt eingegangen.  

 

    

 

Halbinsel Dingle

Dingle erlebte ich intensiver als Iveragh, nicht nur aufgrund der waghalsiger zu befahrenden 132 Kilometer unseres Rundweges. Die Szenerie ist fabelhaft - atemberaubende Blicke eröffnen sich nicht nur über die Küsten, sondern auch über unzählige Sehenswürdigkeiten weit im Landesinneren.

 

 

 

 


Teil 1: Halbinsel Iveragh ("Ring of Kerry"). 

Landet Ihr in Killarney, sind nach Bezug Eurer ersten Unterkunft höchst wahrscheinlich Ross Castle (als Einzelgemäuer, im direkten Dunstkreis des 15.000 Einwohner zählenden Städtchens) und der Killarney National Park (eine der größten landschaftlichen Attraktionen der Republik) Eure beiden ersten Anziehungspunkte. Da während unserer Planungen sehr schnell klar war, daß wir während unserer 8-tägigen Reise (7 Übernachtungen) diese beiden Locations ebenfalls intensiver untersuchen werden, haben wir uns als strategischen Punkt für gleich 2 Übernachtungen ein wunderschönes, aber kostspieliges Hotel direkt am Lough Lean ausgesucht. Landet Ihr gegen Abend und das alte Gemäuer von Ross Castle ist noch nicht in Dunkelheit gehüllt (wie während unseres Besuchs im Mai), erwarten Euch die attraktivsten Minuten einer rein äußerlichen Besichtigungstour, da die Festung zu dieser Zeit alles andere als überlaufen ist. Auch der alleinige Blick von außen ist unbedingt lohnenswert. Wahrscheinlich im 15. Jahrhundert erbaut (die genaue Grundsteinlegung liegt ebenfalls im Dunkeln), liegt die architektonisch kleine, in ihrer Erscheinung jedoch durch und durch imposante Festung direkt am Lough Leane, einem der drei Seen im Killarney-Nationalpark, und ein Katzensprung von Killarney-Stadt entfernt. Wandert um die Anlage herum, akklimatisiert Euch im Dunstkreis des weißen Mauerwerks für Eure nun bevorstehenden Abenteuer und werft einen Blick über den Lough Leane hinüber zu den kleinen Inseln im Westen. Die größte Insel - nördlich von Ross Castle aus gerade noch auszumachen - liegt Innisfallen Island, eine per Boot in wenigen Minuten anlandbare Insel mit den Überresten des mittelalterlichen Klosters Innisfallen Abbey.

Wir verzichteten auf eine Überfahrt - und wandten uns stattdessen Muckross Abbey zu, einer halbverfallenen Abtei, etwa 5 Kilometer von Killarney entfernt, vor dessen Toren wir gegen 19 Uhr eintrafen...und auf dessen Gelände wir bis weit nach 23 Uhr umherwandelten...

 

"Killarney National Park, Killarney, Republic of Ireland (52° 0′ 0″ N, 9° 33′ 0″ W) #WildAtlanticWay."
"Killarney National Park, Killarney, Republic of Ireland (52° 0′ 0″ N, 9° 33′ 0″ W) #WildAtlanticWay."

Ross Castle - die minimalistische Anlage besteht aus einem einzigen, über dem Ost-Ufer des Lough Lean aufragenden Turm, umgeben von einer winzigen Wehranlage. Im Rahmen von Führungen wird Euch die Geschichte des Gemäuers nähergebracht, Boote befördern Euch zu der auf einer Insel gelegenen, verfallenen Klosterruine "Innisfallen Abbey". Ein Spaziergang um das Castle ist lohnend, tagsüber - gerade in den Sommermonaten - ist der historische Flecken jedoch überfüllt. Wenn es Euer Zeitrahmen zulässt, nähert Euch diesem Ziel am späten Nachmittag bzw. Abend.

"Muckross Abbey, Killarney #Eire."
"Muckross Abbey, Killarney #Eire."

Muckross Abbey, etwa 5 Kilometer von Killarney entfernt, ist lediglich von einem ausgewiesenen Parkplatz per schwer zu begehbarem Pfad zu erreichen. Die halb verfallene Abtei (1340 errichtet, einem schnellen Niedergang preisgegeben und ab 1448 wiederhergestellt) umgibt ein verwunschener Friedhof mit keltischen Kreuzen als Grabsteine. Das gesamte Areal um Muckross Abbey lädt zu längerem verweilen an. Wandelt Ihr in den langen Schatten der Abendsonne alleine über Stock und Stein (ab 19 Uhr in den Sommermonaten), könnte sich Euer Aufenthalt durchaus bis Mitternacht erstrecken. Die "spooky atmosphere wird sicher auch Euch in ihren Bann ziehen... 

Nach Eurer ersten Übernachtung geht es nicht zum Gap of Dunloe - hebt Euch diesen 11 Kilometer langen Pass durch ein malerisch-zerklüftetes Tal als Highlight für Euren letzten Abend auf. Das Gap ist ein Ziel für die Abendsonne, wenn sie sich denn nicht hinter Wolken versteckt. Für den ersten Abend lag für uns Dunloe fahrtechnisch zu weit außerhalb von Killarney (30 Minuten einfache Richtung), daher standen Ross Castle, Muckross Abbey und der Torc Waterfall auf dem Programm. Da wir uns den gesamten Abend bei Muckross Abbey aufhielten, besuchten wir Torc Mountain mit seinem Wasserfall (nur 800 Meter von Killarney entfernt) nach üppigem Frühstücksbuffet als erste Station am frühen Morgen. Um den Wasserfall (ebenfalls im Nationalpark gelegen) führen einige Rundwanderwege, von denen ein Exemplar auf den Gipfel des Torc Mountain führt.  

 


Am Lough Leane im über 100 Quadratkilometer großen Killarney National Park. Der 214 Kilometer lange Rundwanderweg "Kerry Way" (der Startpunkt liegt im Stadtzentrum 

Killarneys) führt einige Kilometer durch den Nationalpark, auf dessen Spuren Ihr zumindest per Teil-Etappe - mit festem Schuhwerk - folgen solltet.  Die Beschilderung folgt den internationalen Standards für "herausragende Wanderwege", wie Ihr auf diesem Foto erkennen könnt.   

Grundriss von Muckross Abbey (auf Kacheln, links) innerhalb der halb verfallenen Abtei und vor den Toren von Ross Castle (rechts). Beide Locations liegen innerhalb des Killarney Nationalparks und sind - bei optimaler Zeiteinteilung - zusammen mit Muckross House per Fuß zu erreichen. Erlaubt es Euer Zeitpaket, könnt Ihr auch Torc Mountain (inkl. Wasserfall) innerhalb eines Tages erwandern.



 

Nach Besuch des Torc Wasserfalls geht es hinüber zu Muckross House and Gardens, einem herrschaftlichen Ansitz (erbaut 1839 - 1843), eingebettet im Bourn Vincent Memorial Park, der Teil des Killarney Nationalparks ist. Ein Besuch des Anwesens (inkl. von mir ausdrücklich empfohlener Führung) sowie ein umherstreifen im prächtigen Park nimmt, je nach Tempo, einen halben Tag in Anspruch. Wir schlenderten im gemächlichen Tempo an exotischen Pflanzen und Bäumen (Golfstrom!) vorbei, genossen die zahlreichen, teilweise parallel angelegten (Rosen-) Gärten sowie den Walled Garden Centre, warfen einen Blick in die Traditional Farms (ein Freilichtmuseum, hier wird das Leben der irischen Landbevölkerung zwischen 1930-1950 gezeigt) und absolvierten eine Kutschfahrt (Coach Tour), die von Muckross House in den Nationalpark führt. Komplettiert Euer Tagespensum mit einer Fahrt über die N71 - am Black Valley im Osten vorbei - zum View-Point "Ladies View".  Black Valley ist übrigens nur aufgeschoben - denn das Tal wartet am Ende Eurer Reise auf Euch, da es den südlichsten Punkt des Gap of Dunloe (den Schlussakkord Eures Gesamt-Abenteuers) darstellt. Verweilt am Ladies View und genießt die Aussicht über den Killarney Nationalpark und den Upper Lake, fahrt jedoch vorsichtig und nehmt acht auf jene Leprechauns (Kobolde), die am Viewpoint ihr Unwesen treiben. Leprechauns gelten - neben der Harfe - als Wahrzeichen der grünen Insel! Fahrt über die N71 zurück in Richtung Killarney, genießt einen Spaziergang am Ufer des Upper- oder Muckross Lake innerhalb des Nationalparks und lasst den Tag anschließend in einem der zahlreichen Pubs direkt in Killarney-Town ausklingen.  

              

Muckross House and Gardens
Muckross House and Gardens
 Muckross House. Eurem Besuch sollte weder ein Sonntag noch sonstige Feiertage zu Grunde liegen. Optimales Besuchspaket: Letzte Führung sowie anschließender, gemütlicher Geländemarsch bei Sonnenuntergang...
Muckross House. Eurem Besuch sollte weder ein Sonntag noch sonstige Feiertage zu Grunde liegen. Optimales Besuchspaket: Letzte Führung sowie anschließender, gemütlicher Geländemarsch bei Sonnenuntergang...
Muckross House - eingebettet im Bourn Vincent Memorial Park - direkt an Muckross Lake...
Muckross House - eingebettet im Bourn Vincent Memorial Park - direkt an Muckross Lake...
Dieser Aussichtspunkt gewährt Euch einen königlichen Blick auf einen der schönsten Punkte im Killarney Nationalpark. Mit Upper Lake im Blick rasteten hier nicht nur die Hofdamen Königin Victorias…
Dieser Aussichtspunkt gewährt Euch einen königlichen Blick auf einen der schönsten Punkte im Killarney Nationalpark. Mit Upper Lake im Blick rasteten hier nicht nur die Hofdamen Königin Victorias…
Nicht nur im Viktorianischen Zeitalter als Viewpoint genutzt: "Ladies View" thront auch für Euch zur Rundumsicht über Upper Lake und seinem angrenzden Gelände. Für mich einer der schönsten Flecken innerhalb der Grafschaft Kerry...
Nicht nur im Viktorianischen Zeitalter als Viewpoint genutzt: "Ladies View" thront auch für Euch zur Rundumsicht über Upper Lake und seinem angrenzden Gelände. Für mich einer der schönsten Flecken innerhalb der Grafschaft Kerry...
Achtung: An diesem Punkt - nach wie vor hoch oben am "Ladies View" - kreuzen Leprechauns Euren Fahr- und Gehweg...
Achtung: An diesem Punkt - nach wie vor hoch oben am "Ladies View" - kreuzen Leprechauns Euren Fahr- und Gehweg...

Am folgenden Morgen begebt Ihr Euch wieder auf die N71, passiert den altbekannten View Point "Ladies View" und fädelt Euch in die N70 ein, die den gesamten "Ring of Kerry" bedient. Ein wundervoller, mit hochinteressanten Spots gespickter Tag wartet auf Euch.  

Am östlichsten Punkt der Kenmare Bay und damit am östlichsten Punkt der Iveragh-Halbinsel (Startpunkt der N70) liegt Kenmare (30 Kilometer von Killarney entfernt) mit dem Steinkreis von Kenmare (2.500 - 1.000 v. Chr., auch Druid Circle genannt). Der größte Steinkreis Kerrys besteht aus 15 großen Steinen (die Circles der Cork-Serie bestehen grundsätzlich aus ungeraden Zahlen), von denen 13 Exemplare aufrecht stehen. Die überaus  gepflegte Anlage weißt einen Durchmesser von ca. 17,5 x 15 Meter auf, in den Bäumen könnt Ihr an mehreren Stellen Amulette und Glücksbringer (selbstverständlich aus jüngster Zeit) entdecken. Wir hielten uns eine volle Stunde an diesem magischen Ort auf, verzichteten trotzdem nicht auf den Besuch des etwas schwer zu lokalisierenden, in der Nähe aufragenden Kreises im Bonane Heritage Park, von dem noch 6 Steine (von 13) aufrecht stehen. Ein Stopp an der Cromwell´s Bridge, eine der ältesten (halb verfallenen) Brücken Irlands, könnt Ihr dagegen ohne größeren Zeitaufwand riskieren.     

 


Der Besuch von außergewöhnlichen Orten - praktische Tipps

Die Regeln sind immer gleich, egal wo Ihr auf diesem Planeten strandet: wer die Magie eines Ortes spüren möchte, sollte religiöse Feiertage, Sonnenwenden, Tag- und Nachtgleichen, Schul- und Semesterferien und ganz allgemein Sonntage - kurz: jede Art von potentiellem Besucherandrang (sprich: Massentourismus) - meiden. Da das Gesamtpaket so gut wie nie stimmig ist, lauten die Besucher-Basics für ausgewiesene Sehenswürdigkeiten: Frühe Morgen oder Abendstunden (wenn es sich einrichten lässt - objektbedingt - auch nach Einbruch der Dunkelheit).

Besucht Ihr die größten, ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten dieser Welt, solltet Ihr nur anreisen, wenn die Besuchermassen entweder abtransportiert oder noch nicht angekarrt wurde. Schichtweise Besucheranlieferung findet übrigens auch zu lokalen Festivitäten statt - aber ich möchte an dieser Stelle nicht übertreiben. Die faszinierensten Spots sind übrigens die unerschlossenen: abgelegen und schwer zu erreichen, in Reiseführern maximal per Nebensatz erwähnt, ohne angegliederte Souvenirshops oder Restaurants.



Nicht nur für Freunde des Megalithanlagenbaus

Da ich ein besonderes Interesse an britischer Megalithik hege, durfte ein Besuch dieses Steinkreises auch im Rahmen jener Rundreise nicht fehlen. Auch, wenn Ihr meinen Geschmack nicht teilt - den Bolder Burial (zentraler Stein) dieser Anlage solltet auch Ihr besteigen!  

 

The Old Ways - Steinkreiskomplex "Kenmare Stone Circle" ("Druid Circle", 2.500 - 1.000 v. Chr.), der größte Steinkreis Kerrys

 

Am östlichsten Punkt der Kenmare Bay und damit am östlichsten Punkt der Iveragh-Halbinsel (Startpunkt der N70) liegt Kenmare (30 Kilometer von Killarney entfernt) mit dem Steinkreis von Kenmare (2.500 - 1000 v. Chr., auch Druid Circle genannt). Der größte Steinkreis Kerrys besteht aus 15 großen Steinen (die Circles der Cork-Serie bestehen grundsätzlich aus ungeraden Zahlen), von denen 13 Exemplare aufrecht stehen. Die überaus  gepflegte Anlage weißt einen Durchmesser von ca. 17,5 x 15 Meter auf, in den Bäumen könnt Ihr an mehreren Stellen Amulette und Glücksbringer (selbstverständlich aus jüngster Zeit) entdecken.

"The Old Ways: dancing until midnight at Stone Circle of Kenmare, 2.500 BC, Republic of Ireland." & "Meditation und Tanz auf dem Bolder Burial (2x1,8 Meter): Steinkreis von Kenmare (2.500 - 1.000 v. Chr.)."
"The Old Ways: dancing until midnight at Stone Circle of Kenmare, 2.500 BC, Republic of Ireland." & "Meditation und Tanz auf dem Bolder Burial (2x1,8 Meter): Steinkreis von Kenmare (2.500 - 1.000 v. Chr.)."
"One of the largest stone circles in south west Ireland: Kenmare Stone Circle."
"One of the largest stone circles in south west Ireland: Kenmare Stone Circle."
Steinkreis von Kenmare: Nicht das erste und - voraussichtlich - nicht das letzte Mal...
Steinkreis von Kenmare: Nicht das erste und - voraussichtlich - nicht das letzte Mal...

 

Die Gegend um Sneem ist bei Anglern sehr beliebt, an der zerklüfteten Küste folgen nun immer wieder kleinere Sandsrände. Das landschaftlich reizvoll gelegene Staigue Fort (erbaut ca. 400-500 v. Chr.) befindet sich bereits ein gutes Stück von Kenmare entfernt: Verlasst die N70 bei Castlecove und steuert Euren Wagen etwa 5 Kilometer über eine schmale Zubringerstraße nach Norden. Das abgelegene Fort stellt eines der größten Ringforts Irlands dar und weißt einen vorzüglichen Erhaltungsgrad auf. Während unseres Besuches trafen wir in einer vollen Stunde auf keine Menschenseele, lediglich hunderte (!) Schafe begleiteten uns von unserem Mietwagen zum Fort und wieder zurück.  Bei Caherdaniel könnt Ihr die N70 verlassen und über eine Schleife Derrynane ansteuern: hier wartet ein leicht zu findender Ogham Stein auf Euch.

Staigue Fort (ca. 400-500 v. Chr.) Das abgelegene Fort stellt eines der größten Ringforts Irlands dar und weißt einen vorzüglichen Erhaltungsgrad auf…
Staigue Fort (ca. 400-500 v. Chr.) Das abgelegene Fort stellt eines der größten Ringforts Irlands dar und weißt einen vorzüglichen Erhaltungsgrad auf…
Während unseres Besuches trafen wir auf keine Menschenseele, lediglich hunderte (!) Schafe begleiteten uns von unserem Mietwagen zum Fort - und wieder zurück...
Während unseres Besuches trafen wir auf keine Menschenseele, lediglich hunderte (!) Schafe begleiteten uns von unserem Mietwagen zum Fort - und wieder zurück...
Ein fotografischer Abstecher in jene Zeit, in der ich dieses Bauwerk zum ersten Mal besuchte: Innerhalb weniger Jahre sind (wie zu erwarten) keine Veränderungen an Architektur & in Szenerie feststellbar. Die Architekten haben vorzügliche Arbeit geleistet!
Ein fotografischer Abstecher in jene Zeit, in der ich dieses Bauwerk zum ersten Mal besuchte: Innerhalb weniger Jahre sind (wie zu erwarten) keine Veränderungen an Architektur & in Szenerie feststellbar. Die Architekten haben vorzügliche Arbeit geleistet!
Das landschaftlich reizvoll gelegene Staigue Fort befindet sich bereits ein gutes Stück von Kenmare entfernt. Die Datierung des Bauwerks ist schwierig, die Errichtung wird aktuell mit 400-500 v. Chr. angegeben...
Das landschaftlich reizvoll gelegene Staigue Fort befindet sich bereits ein gutes Stück von Kenmare entfernt. Die Datierung des Bauwerks ist schwierig, die Errichtung wird aktuell mit 400-500 v. Chr. angegeben...

 

Die Steinreihe von Eightercua (Stone Row of Eightercua, ca. 1.700 v. Chr.) in der Nähe von Waterville (Charlie Chaplin verbrachte hier regelmäßig seine Urlaube) ist schwierig zu finden: Eine Beschilderung ist - entgegen jener vorbildlichen, die den "Ring of Kerry" auszeichnet - nicht vorhanden, Navigationsgeräte zeigen die 4 aufrecht stehenden Steinriesen am Lough Currane zudem entweder überhaupt nicht an oder führen Euch sicher an dieser historischen Örtlichkeit vorbei. Von der Straße aus könnt Ihr die Spitzen des Monuments jedoch - wenn Ihr aufmerksam seid - gegenüber des Skelling Bay Golf Clubs (auf einem Feld stehend in nördlicher Richtung) von der Straße aus gerade noch erkennen. Ein Parkplatz ist nicht vorhanden; wir haben unser Gefährt am Straßenrand platziert und den Fußmarsch zur Steinreihe über Stock und Stein (inkl. zwei Zäunen) in wenigen Minuten absolviert. 

Steinreihe von Eightercua (Stone Row of Eightercua), ca. 1.700 v. Chr.
Steinreihe von Eightercua (Stone Row of Eightercua), ca. 1.700 v. Chr.
Steinreihe von Eightercua - eines meiner früheren Werke. Die Wetterbedingungen sind identisch...
Steinreihe von Eightercua - eines meiner früheren Werke. Die Wetterbedingungen sind identisch...

Steinreihe von Eightercua (Stone Row of Eightercua), ca. 1.700 v. Chr.

 

Hinweis zu einem schottischen Pendant: Das Einzel-Arrangement der Standing Stones of Ballymeanoch in Kilmartin Glen (weiterlesen>>>) ist nicht mit den wildromantischen Standing Stones of Eightercua (auf einem Hügel gelegen, inkl. Meerblick) zu vergleichen. Dafür ist das schottische Exemplar in ein riesiges Monumentenfeld integriert... 

 

Passiert Lough Currane über den Currane River und nähert Euch über den Ferienort Ballinskelligs und dem Skellig Ring der malerischen St. Finan's Bay. Über den Coomanaspig Pass erreicht Ihr schließlich Portmagee, den Starpunkt Eurer Boots-Überfahrt zu den Skellig Islands - wenn denn a) die Gezeiten und b) die etwas unberechenbaren Windverhältnisse mitspielen. Um ganz sicher eine der 12 Kilometer vor der Küste liegenden Inseln (Skelling Michael) zu erreichen, haben wir unsere nächste Übernachtung in Portmagee positioniert - und besuchten zunächst Valentia Island (über die Valentia Bridge zu erreichen), über dessen Ringstraße Ihr unter anderem Glanleam House mit seinem subtropischen Garten ansteuern könnt. Nach unserer Übernachtung Nummer 3 legten wir also erst am nächsten Morgen nach Skelling Michael (UNESCO-Weltkulturerbe) ab, sicher ein Highlight einer jeden Irland-Reise. 

Auf Skelling Michael thront in erhöhter Lage (die kleine Insel ist 217 Meter hoch) ein schwer zugängliches Kloster, das bereits im 7. Jahrhundert in typisch-irischer Trockenbauweise (ohne Mörtel) komplett aus Stein errichtete wurde (manche Quellen geben als Grundsteinlegung sogar das Jahr 588 an). Die dorfähnliche Anlage, die nur über 600 halb-freischwebenden Steinstufen (kein Geländer) zu erklimmen ist, trotzte bis heute jeglichen Angriffen seitens z. B. kriegerischer Wikinger (bereits im Jahr 823) oder jener rauhen Winde, die einer Überfahrt oft auch bei Flut im Wege stehen. Skelling Michael wurde im Laufe der Zeit in so vielen irischen Erzählungen und Legenden eingewoben, daß die Insel heute nicht nur von religiöser Bedeutung ist, sondern ganz einfach mit Irland und seiner tiefen Mythologie verbandelt ist.

 

 

Auf dem Foto unten links: In den Kloster-Gemäuern von Skelling Michael  

Nach Rückkehr von diesem phantastischen Ort am Nachmittag fädelt Ihr Euch wieder auf die N70 ein und besucht (etwas abseits der Route, in der Nähe des Städtchens Cahersiveen) Ballycarbery Castle. Ich werde oft gefragt, ob dieses Castle auf offenem Feld jenes ist, welches auf dem U2-Album-Cover "The Unforgettable Fire" abgelichtet ist. Nein, ist es nicht. Jenes ist Moydrum Castle im County Westmeath, nahe der Stadt Athlone; Ballycarbery Castle sieht diesem Bauwerk (nicht nur wegen des Efeu-Bewuchses) zum verwechseln ähnlich und stellt ein nicht weniger beeindruckendes Gemäuer dar. Um das Castle zu erreichen, müsst Ihr einige Zäune überqueren, denn das Ballycarbery Castle steht auf Privatgrund.

 

 

Düsteres Ballycarbery Castle

The Unforgettable Fire, Part II - das etwas düstere Ballycarbery Castle, Cahersiveen/Kerry...
The Unforgettable Fire, Part II - das etwas düstere Ballycarbery Castle, Cahersiveen/Kerry...
"No exorciser harm thee! Nor no witchcraft charm thee! Ghost unlaid forbear thee! Nothing ill come near thee! Quiet consummation have; And renowned be thy grave! William Shakespeare (Francis B.?)
"No exorciser harm thee! Nor no witchcraft charm thee! Ghost unlaid forbear thee! Nothing ill come near thee! Quiet consummation have; And renowned be thy grave! William Shakespeare (Francis B.?)
Düsteres Ballycarbery Castle...
Düsteres Ballycarbery Castle...

Fahren mit dem PKW auf dem "Ring of Kerry" und der Dingle-Halbinsel - praktische Tipps

Linksverkehr, Gangschaltung auf der ungewohnten, linken Seite. Auch Bedienelemente wie Scheibenwischer und Blinker sind aus kontinentaleuropäischer Sicht spiegelverkehrt angeordnet. Vorsicht! Als Führerscheininhaber aus Zentraleuropa solltet Ihr jedoch schnell in der Lage sein, mit den Bedingungen in und außerhalb Eures Wagens umzugehen. Macht Euch auf dem Parkplatz  Eures Mietwagen-Partners mit Eurem Wagen vertraut, dreht einige Runden auf dem Gelände. Bereits nach wenigen Kilometern nach Fahrtantritt solltet Ihr Euren Trip problemlos über die Runden bringen können (achtet auf die Roundabouts, die Kreisel. Das Befahren der ersten Exemplare sollte langsam angegangen werden). Auch während meiner beiden ersten Großbritannien-Reisen (England) fiel meine Mietwagen-Wahl auf Fahrzeuge mit Schaltgetriebe. Ich rate seitdem von jeder Kostenersparnis an diesem Punkt ab. Bei einem Mietwagen in Großbritannien und Irland immer die Variante "Automatik-Getriebe" wählen. Die Balance der Wagenposition auf der Straße ist aus meiner Sicht das größte Problem. Fahre ich zu weit links, kann es scheppern. Orientiert Euch gerade zu Beginn Eurer Reise am Mittelstreifen oder - bei einspurigen Straßen - am rechten Rand statt an den Abständen linker Hand.  

 

 

Die Beschilderung auf dem 179 Kilometer langen "Ring of Kerry" ist vorzüglich - das Auffinden der meisten Ziele somit einfach. Problematisch sind jedoch die Straßen, wie Ihr auf den beiden unteren Bildern rechts erkennen könnt. Drängeln ist beinahe unmöglich, Haltebuchten minimieren jedes Risiko. Passt auf die linke Seite Eures Wagens auf (Abstand halten), habt die rechte (Gegenverkehr) stets im Blick.

 


Am Currane River zwischen Waterville und Killarney...
Am Currane River zwischen Waterville und Killarney...

Zu Spitzenzeiten grasen jährlich ca. 8 Millionen Schafe auf Irlands grünen Wiesen. Die Menschenpopulation weißt dagegen lediglich 4.6 Millionen Exemplare auf…
Zu Spitzenzeiten grasen jährlich ca. 8 Millionen Schafe auf Irlands grünen Wiesen. Die Menschenpopulation weißt dagegen lediglich 4.6 Millionen Exemplare auf…

Von nun an geht es wieder in östliche Richtung (Ihr nähert Euch auf Eurer Rundfahrt also ab diesem Punkt wieder Killarney). Nächster Stop ist Rossbeigh Beach in der Nähe von Glenbeigh (3 Kilometer bis zum südlichsten Punkt), hier erstreckt sich eine kleine Dünen-Halbinsel mit einem weitläufigen, windumtosten Strand ins Meer. Genau gegenüber, auf der noch zu erkundenden Dingle-Halbinsel, liegt übrigens in Sichtweite der nicht weniger spektakuläre Strand von Inch (siehe weiter unten).  Da sich Rossbeigh Beach mit seinen Dünen und kleiner Besucher-Infrastruktur für entspannte Spaziergänge gerade bei Sonnenuntergang anbietet, haben wir unsere nächste Übernachtung (Nummer 4) in Glenbeigh verbracht, um für unsere am nächsten Tag beginnende Dingle-Rundreise optimal präpariert zu sein. Rossbeigh Beach bietet Euch auch neben Kite-Surfen, Strandjogging, Pferdeausritten oder Drachen-steigen-lassen natürlich auch die Möglichkeit, während Eurer ausgedehnten Strandspaziergänge ein atlantisches Bad zu nehmen. Bei einer Wassertemperatur von 9 Grad (im Mai) ein nicht für jedermann unmögliches unterfangen, wie Ihr während Eures Aufenthaltes immer wieder beobachten könnt.     

Ein Besuch des in der Nähe von Glenbeigh angesiedelten Kerry Bog Village, einem Freilichtmuseum, das Euch das Leben irischer Torfbauern näherbringt, hatten wir am nächsten Morgen als Option im Portfolio. Wir zogen die Möglichkeit nicht, da wir uns kurzerhand für einen morgendlichen Strandspaziergang über Rossbeigh Beach entschieden. Und nach verlassen desselbigen die Entscheidung trafen, auch dem Strand von Inch auf Dingle einen längeren Aufenthalt zu gönnen. 

 

Am Morgen des Starts hinüber zur Dingle-Halbinsel: ein weiterer Besuch von Rossbeigh Beach verhinderte einen Besuch des Freilichtmuseums Kerry Bog Village. Und ein längerer Aufenthalt am Strand von Inch (siehe unten)    

 

 

 

Teil 2: Dingle - wir befahren die spektakuläre Halbinsel nördlich des "Ring of Kerry" 

Geht Eure Reise langsam vom "Ring of Kerry" auf die Dingle-Halbinsel über, werdet Ihr feststellen, daß ein wehmütiger Rückblick auf die Halbinsel Iveragh und das zuvor erlebte nicht angebracht ist: Dingle hat so viele Highlights anzubieten, daß Ihr sogar wenig Zeit haben werdet, Eure zuvor gesammelten Eindrücke geordnet Revue passieren zu lassen: die Küste Eurer aktuell bereisten Halbinsel ist vielleicht noch spektakulärer, die Sehenswürdigkeiten im Landesinneren stehen jenen auf Iveragh in nichts nach.      

Eure Dingle-Rundreise startet Ihr von Castlemaine aus über die R561 bis Annascaul, einem 300-Einwohner Ort auf halbem Weg zur Westküste (Dingle unbedingt im Uhrzeigersinn befahren, in diesem Modus eröffnen sich Euch die besten Aussichten). Bis Dingle folgt Ihr der N86, um schließlich (nach Eurem Ausflug über den Connor Pass und hinauf zum Mount Brandon) auf die R559 einzufädeln, die Euch per eigenständigem Rundweg (47 km) sicheren Untergrund bis  Slea Head , dem westlichsten Punkt Irlands, bietet.

 

Erster Höhepunkt unserer Dingle-Rundreise ist der Strand von Inch, ein 5,5 Kilometer langer und bei Ebbe etwa 300 Meter breiter Beach, der - wie Lakolk- und Sönderstrand auf Römö weiterlesen >>> - sogar per Auto befahren werden kann. Die Infrastruktur reicht von Restaurants über Surf- bis Tauschschulen, trotzdem ist der Flecken nicht überlaufen. Lasst Euren Blick immer wieder hinüber nach Iveragh und Rossbeigh Beach hinüber wandern, über die Küstenregionen beidseits des atlantischen Meeresarmes und genießt die nie abebbende Briese. David Lean nutzte Inch übrigens als Drehort für die Strandszenen seines Films "Ryans Tochter".

 

Dingle eröffnet großartige Ausblicke, ob über die eigene Küstenlinie oder jene von Iveragh, die von Inch nur wenige Kilometer entfernt liegt    

Inch, vom Westen aus betrachtet. Je nach Standort beträgt die Distanz nach Iveragh nur 4-5 Kilometer  


Inch ist ein weitläufiger Naturstrand. Spielt bei Euren Reiseplanungen mit dem Gedanken, hier eine Übernachtung einzuplanen; da wir bereits eine Nacht am gegenüberliegenden Rossbeigh Beach auf Iveragh verbrachten, dauerte unser Aufenthalt lediglich zwei Stunden     

 

Auf Eurer Weiterfahrt in Richtung Westen erhöhen sich die fahrerischen Herausforderungen, dafür eröffnen sich Euch immer wieder atemberaubende Blicke über die Küste. Zuweilen trefft Ihr auf kleine Wasserfälle (bei Annascaul oder am Connor Pass), von denen sogar ein Exemplar vor den Toren Dingles - gelegentlich - die Küstenstraße überspült. Über dem Minard Beach (15 Minuten von Annascaul entfernt) thront ein verfallenes Castle, den Ort Dingle (2.000 Einwohner) regieren dagegen ganze Touristenschaaren. Von Dingle aus geht es in den Norden über den Connor Pass (456 Meter) nach Tralee mit Blick auf den Mount Brandon (952 Meter), ein weiterer Höhepunkt einer jeden Irlandreise! Die Fahrt über den engen Connor Pass (für Reisebusse und größere Wohnmobile unbefahrbar) von Dingle bis nach Castlegregory und zurück war für mich zumindest der  Höhepunkt unserer 8-tägigen Reise: Die Landschaft, die sich Euch östlich des Mount Brandon erschließt, ist atemberaubend, der Blick über unzählige, grüne und  (phantastisch geformte) felsigen Gebirgsketten unvergesslich. Ein anderes Flair wie jenes, welches sich bei einem Besuch des Snowdonia Nationalparks in Wales weiterlesen>>>   über Euch ergießt. Ähnlich, aber neben den Parallelen wie Fels und Hügeln gibt es unterschiede. Es ist die alles einnehmende Farbe, die jeden Höhenmeter des Connor Passes überstrahlt. Auf dem Höhepunkt lohnt ein Blick hinunter nach Dingle: nur eine Farbe (in allen Schattierungen), soweit das Auge reicht. Im Norden fasziniert ein mit Gletscherseen bespicktes Tal, bei klarer Sicht erkennt Ihr die Aran-Inseln vor Galway.     

„Drinking red wine at CONOR PASS (An Chonair) #Dingle #Kerry #WildAtlanticWay (52° 10′ 54.94″ N, 10° 12′ 26.33″ W)…
„Drinking red wine at CONOR PASS (An Chonair) #Dingle #Kerry #WildAtlanticWay (52° 10′ 54.94″ N, 10° 12′ 26.33″ W)…

Am Connor-Pass: Blick nach Süden in Richtung Dingle (oben) und in den Norden (unten)

 

Befahrt Ihr den östlich von Dingle gelegenen, eigenständigen Rundweg Namens Slea Head Drive (R559), warten auf 47 Kilometern weitere Highlights auf Euch. Nicht nur der westlichste Punkt Irlands (Slea Head), sondern auch Clochter Beach mit seinen spektakulären Wellengang, Dun Beag (inkl. des Stonehouse Restaurants, einem phantastischen Steinhaus mit Steindach) oder Cathair na BhFionnurach (beides keltische Rundbauten aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.). Die hochgelegene Küstenstraße ist eng (daher befahren diesen Teil Dingles deutlich weniger Reisebusse, obwohl 2017 teilweise erneuert und an wenigen Stellen verbreitert ), die Felsen unter Euch senken sich teilweise kerzengerade in den tosenden Atlantik hinab. Auch bei Coumeenoole Beach habt Ihr direkten Blick auf die vorgelagerten Blasket Islands. Von zahlreichen Parkplätzen aus könnt Ihr immer wieder Wanderungen über die rauhen Klippen oder ins grüne Landesinnere unternehmen, Haltebuchten bieten die Möglichkeit eines Foto-Stopps.  Da wir während unserer gesamten Reise (neben der uns zur Verfügung stehenden Zeit) erstklassiges Wetter genießen durften, erlaubten wir uns den Luxus, gerade auf Dingle einige bereits in Augenschein genommene Sehenswürdigkeiten abermals aufzusuchen. So befuhren wir nicht nur den Connor-Pass zweimal, sondern wir nutzten zunächst den westlichsten Punkt der Republik (Slea Head) lediglich für eine Teepause  - um ihn erst nach wenden unseres Wagens auf engstem Klippenraum schließlich näher zu untersuchen. Gönnt Euch den Spaziergang zum Leuchtturm und genießt an diesem Bauwerk den tosenden Nordatlantik, der sich an den Euch umgebenden Felsen bricht.

 

 

Besucht das Gallarus Oratory (erbaut im späten 8. Jahrhundert) im Nordwesten Dingles (ganz offiziell oder über den Seiteneingang), das hübsch arrangierte Museum und der (offizielle) Spaziergang zum oberhalb gelegenen Bauwerk nahm uns volle 90 Minuten in Anspruch. Da das Oratory auf öffentlichem Grund steht, ist der gebührenpflichtige Museumsbesuch nicht Pflicht (und damit das fällige Eintrittsgeld). Entscheidet Ihr Euch für die Light-Version, fahrt am großen, auch für Busse ausgelegten Parkplatz vorbei und parkt in der kleinen, staubigen Parkbucht 50 Meter weiter auf der linken Seite.  Über einen engen, von Sträuchern und Büschen gesäumten Weg erreicht Ihr Euer Ziel in wenigen Minuten. Das Oratory ist der am besten erhaltene bootförmige, in Trockenmauertechnik (ähnlich den Klöstern auf Skelling Michael) errichtete Kraggewölbebau Irlands. Im Klartext: das Gallarus Oratory ist eine der ältesten frühchristlichen Kirchen der Republik. Der Bau gleicht übrigens einem Schiff, das auf den Kopf gestellt wurde.

 

Unsere nächste Nacht (Nummer 5) verbrachten wir in der Nähe des Oratory, denn der gesamte westliche Teil Dingles ist Gaeltacht-Gebiet, eine Region, in der überwiegend irisch (eine gälisch-keltische Sprache) gesprochen wird und die seine Ursprünglichkeit weitestgehend bewahrt hat. Während unserer Planungen war schnell klar, daß wir hier, möglichst nahe am Mount Brandon und seiner einfachsten Gipfel-Route (aufgrund unserer zu Hause eingelagerten Ausrüstung)  Quartier beziehen würden. 

“colum mac dinet. My location: Gallarus Oratory (780 AC/52´10´21´N…), Republic of #Ireland #architecture #Eire."
“colum mac dinet. My location: Gallarus Oratory (780 AC/52´10´21´N…), Republic of #Ireland #architecture #Eire."
“colum mac dinet. My location: Gallarus Oratory (780 AC/52´10´21´N…), Republic of #Ireland #Eire #WildAtlanticWay."
“colum mac dinet. My location: Gallarus Oratory (780 AC/52´10´21´N…), Republic of #Ireland #Eire #WildAtlanticWay."

 

Unseren Marsch auf den Mount Brandon starteten wir von Ballybrack aus, einem kleinen Ort, der den kilometertechnisch minimalsten Streckenverlauf auf den Gipfel anbietet. Der für Light-Bergsteiger optimal markierte Weg (weiße Pfosten) ist steil, jedoch jederzeit gut begehbar. Seltene Felsen, die es zu überwinden gilt, dürften auch für mittelmäßig austrainierte Gipfelstürmer kein allzu großes Hindernis darstellen. Auf- und Abstieg nehmen 4 Stunden in Anspruch, nicht nur vom Peak aus (wenn das Wetter mitspielt) habt Ihr einen phantastischen Ausblick auf die Dingle-Halbinsel und Umgebung.  

 

Unser nächstes Ziel, welches wir geradewegs ansteuerten, war erneut der Connor-Pass, um nach längerem Aufenthalt an sämtlichen Haltemöglichkeiten im Norden Dingles unser nächstes Quartier anzusteuern, eine Unterkunft direkt am Atlantik (zwischen Aughacasla und Derrymore, Übernachtung Nummer 6).    

 

Unsere Fahrt durch Tralee am nächsten Morgen beendete unsere Dingle-Rundreise und ließ uns wieder zügig Killarney ansteuern, wo wir uns nach Bezug unserer letzten Unterkunft auf den Weg zu unserem letzten Highlight aufmachten, dem Gap of Dunloe mit seinem südlichen Ausläufer Black Valley. Erwandert das Gap (unser Start- und Zielpunkt: Kate Kearney's Cottage), besteigt die nicht allzu hohen Hügel (zuweilen verhindern niedrige Zäune Euren Weg) und lasst Euch vom Ambiente der "Pass-Schlucht" (grandioser Echo-Effekt) gefangen nehmen. Weicht auf der engen Wander-Passtraße den gelegentlich auftauchenden Pferdekutschen (und Autos) aus, beobachtet das Farbenspiel, das die Sonne mit den grünbraunen Hügeln treibt (wolkenloser Himmel vorausgesetzt). Bleibt - abgesehen von Euren Exkursionen auf die Hügel - auf dem asphaltierten Weg, der Kerry Way kreuzt die Schlucht und führt Euch auf Eurem Weg in das Black Valley unter Umständen in westliche Richtung. Wir verbrachten unseren kompletten letzten Abend im Gap (und Valley), schlossen unsere Reise mit einem Besuch der St. Mary´s Cathedral  und zweier Pubs in Kallarney ab und planten bereits unsere nächsten Trips (darunter meine Reise nach Newgrange, siehe diese Seite ganz unten).

 

Gap of Dunloe (Bearna an Choimín), zwischen Macgillycuddy’s Reeks und Purple Mountain (An Sliabh Corcra)…
Gap of Dunloe (Bearna an Choimín), zwischen Macgillycuddy’s Reeks und Purple Mountain (An Sliabh Corcra)…
Muckross Abbey
Muckross Abbey

 

 

 

Teil 3: Newgrange - jungsteinzeitliches Hügelgrab, älter als die Pyramiden von Gizeh und Stonehenge

 

Newgrange ist ein riesiges, (rekonstruiertes) jungsteinzeitliches Hügelgrab von 90 Metern Durchmesser in der irischen Grafschaft Meath. Ursprünglich erbaut um 3.150 v. Chr., ist das überwiegend aus Stein und Grassoden (an der Zugangsseite aus weißem Quarzit als "weltweites Erkennungszeichen") errichtete Monument ein beeindruckendes Zeugnis jungsteinzeitlicher (und in seiner Rekonstruktion neuzeitlicher) Bauaktivität. Für mich stellte Newgrange schon von Kindesbeinen an ein Reisziel dar, das ich einige Wochen nach meinem oben beschriebenen Irland-Trip für 2 Tage per Mietwagen - nach Besuch der Bibliothek des Trinity College in Dublin weiterlesen>>> - alleine ansteuerte.    

 

Newgrange befindet sich 60 Kilometer nördlich von Dublin (Zielpunkt im Navigationsgerät: "Boyne Valley" oder "Bru na Boinne"). Für die Ännäherung per Mietwagen stehen Euch von Dublin Airport zwei Möglichkeiten zur Verfügung, ich nutze für meine Anfahrt (nach Besuches der Trinity College Library) die etwas weniger zeitaufwändige Variante (Fahrtzeit etwa 50 Minuten): Von der R111 begebt Ihr Euch auf die R131, schließlich fädelt Ihr Euch auf die M50 ein. Auf der M1 angekommen immer geradeaus bis Meath, schließlich Ausfahrt 9 nehmen. Abschließend der L1601 bis Staleen Road folgen, kurz darauf seid Ihr am Ziel . Variante 2 nimmt etwa 20 Minuten mehr in Anspruch, dafür müsst Ihr nicht so oft die Fahrbahn wechseln (nutze ich für meine Rückfahrt nach Dublin): in Dublin begebt Ihr Euch auf die M50, um anschließend der N2 bis Rosnaree zu folgen. Newgrange erhebt sich nach 70 Minuten Komplett-Fahrtzeit linker Hand aus der grünen Landschaft empor.

 

Meine beiden Übernachtungen buchte ich wie immer über xx von Deutschland aus, Zielort war die in der Nähe von Newgrange liegende Ortschaft Donore.

 

Da der Zugang streng reglementiert ist, werdet Ihr als Tourist Newgrange niemals alleine betreten. Eine Ausnahmeregelung werdet Ihr nicht arrangieren können (wie ich während meines Alhambra-Besuches in Granada bewerkstelligen konnte, als reglementierte Bereiche zu vorangeschrittener Zeit bereits geschlossen waren und sich nach vorzeigen des Vouchers meines 180 Kilometer entfernt liegenden Hotels sämtliche Tore - exklusiv - wieder öffneten).  

Überall, wo Ihr in Irlands Strassenverzeichnis auf ein "L" stoßt, bekommt Ihr folgenden Inhalt: Eine typisch-irische "L-Strasse" ("L" steht für "Link Road" und bezeichnet ältere, schmale Fahrwege, hier die L1601) führt Euch nach Newgrange.

 

Begleitet von Clannads "Newgrange", einem Song, der auch in unterschiedlichen live-Versionen Magie entfaltet, pendelte ich während meines Trips einige Male von meinem Hotel und Newgrange hin und her - oder - exakter:  zwischen weiteren Sehenswürdigkeiten im Boyne Valley, die teilweise nur wenige Autominuten entfernt liegen. Da der Besuch des monumentalen Bauwerks vom hochinteressanten Visitor Center aus - je nach Besucheraufkommen - zeitlich stark getaktet ist, werdet Ihr  unter Umständen erst 2-3 Stunden nach Eurer Ankunft (wenn es Euch hart erwischt, bekommt Ihr Euer Ticket sogar erst für den folgenden Tag) per Bus hinüber zur nahegelegenen Grabanlage gefahren (die kritischen Besuchermonate sind Juni-August). Und genau hier kommt Euer Mietwagen zum Einsatz. Ein Besuch von Newgrang beinhaltet die Besichtigung der beiden Grabanlagen Knowth (absolut sehenswert) und Dowth (beide nur über das Visitor Center zu besuchen, Einzelbesuche sind nicht möglich) - die weiteren, individuell zu besuchenden Sehenswürdigkeiten im Valley sind u.a. Monasterboice und Kells mit seinen Hochkreuzen, Trim Castle, Mellifont Abbey oder Loughcrew, einem prähistorischen Friedhof mit 30 Ganggräbern. Drogheda mit seiner normannischen Siedlung hätte ich mir noch gerne angesehen, was wegen meines zeitaufwändigen Besuchs von Newgrange nicht möglich war. Dafür warf ich einen Blick vom Hügel von Tara, auf dem sich einige frühgeschichtliche Monumente befinden.