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Insel Fanö

Die Insel Fanö (etwa 70 Kilometer nördlich von Römö) habe ich, anders als seinen südlichen Pendant, lediglich 3 Mal besucht: 1 Mal für eine Woche im August, 1 Mal im Rahmen eines verlängerten Wochenendes im Mai, ein weiter Mal über Weihnachten (bis Sylvester) zu eisigen Temperaturen unter Null Grad. Nur per Autofähre von Esbjerg aus erreichbar, bietet das schmale, etwa 3.300 Einwohner zählende Eiland (etwa halb so groß wie Römö) einen ebenfalls die gesamte westliche Inselseite einnehmenden Strand, der jedoch, der Inselgeometrie entsprechend, wesentlich kleiner ausfällt als jene beiden von mir hier beschriebenen auf Römö. Die Inselstruktur ist ähnlich wie auf Röm (friesische Sprach-Variante) stark touristisch geprägt: Ferienhäuser verstecken sich ebenfalls überall im Sand- und Heidegelände. Der neben der Inselhauptstadt (Nordby) 2. größte Ort der Insel, Sönderho, hat sogar eine kleine Windmühle zu bieten.

 

 

Meine 3 Highlights der Insel Fanö

1. Der lange, schmale Strand, den Ihr ebenfalls größtenteils mit Euren Fahrzeugen befahren könnt.

2. Sönderho - ein Ort, wie er Römö leider fehlt: Teilweise eng zusammenstehende, alte (und zumeist denkmalgeschützte) Häuser mit Reetdach und kleinen, schmalen Gässchen. Die großartige Atmosphäre dieses 300-Einwohner Fleckens hat mich während meiner beiden Besuche in seinen Bann gezogen. Dänemark, wie es früher war- zu Zeiten der alten Schifffahrt, die auch von Fanö aus betrieben wurde.

2. Die höchste Erhebung der Insel (Pälebjerg) bietet erstklassige Ausblicke über die Insel. In spektakulärer Landschaft aus ursprünglichen Sanddünen und Kiefernwäldern, besuchte ich diesen 21 Meter hohen Hügel während meines 1. Fanö Besuches mindestens 1 Mal pro Tag.

 


Sönderho, Fanö
Sönderho, Fanö

Zusatzinfos Essengehen: das Gleiche wie auf Römö und sämtlichen dänischen Inseln: keine kostengünstige Angelegenheit. Bei mehrtägigem Aufenthalt sollte zwar in einem der zumeist gemütlichen Kros eingekehrt werden; doch auch auf Fanö bieten sämtliche Ferienhäuser erstklassig eingerichtete Küchen.   

    

Sönderho, Fanö
Sönderho, Fanö
Sönderho Mölle (Mühle Sönderho) und Steinkreis-Arrangement (Friedhof) mit Namen jener Einheimischen, die seit 1872 auf See - oder in fremden Häfen - ihr Leben ließen...
Sönderho Mölle (Mühle Sönderho) und Steinkreis-Arrangement (Friedhof) mit Namen jener Einheimischen, die seit 1872 auf See - oder in fremden Häfen - ihr Leben ließen...
England oder Fanö? Fähre Esbjeg - Norby (Fanö)...
England oder Fanö? Fähre Esbjeg - Norby (Fanö)...

Ribe

Zu Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks (offiziell gegründet 704), pflege ich eine gewisse nostalgische Sympathie, ähnlich wie Sönderho auf Fanö - nur ist die Stadt (8.500 Einwohner) etwas größer und hat einige kulturhistorische Highlights im Angebot, die zu den schönsten im gesamten Königreich zählen (u.a. das Dominikanerkloster aus dem 14. Jahrhundert, das während meiner zahlreichen Besuche niemals von Massentourismus überrollt wurde. Während einer Visite, zur Mittagszeit eines gewöhnlichen Werktages, war ich sogar der einzige Besucher innerhalb der gesamten Anlage). Um die Domkirche (ab dem 13. Jahrhundert) breiten sich einige alte Sträßchen aus, durch die Ihr mit Blick auf alte, teilweise ziemlich krumme Fachwerkhäuschenwunderbar unaufgeregt schlendern könnt (Ribe wirkt niemals wirklich überlaufen). Die idyllische Atmosphäre einer Kleinstadt- oder besser: Das Flair eines alten, dänischen Dorfes... -meine Interpretation dieses kopfsteingepflasterten Fleckchens Erde. Um den äußerlich sehenswerten Dom (das Innere wirkt auf mich zu modern, dennoch: Turmbesteigung nicht vergessen!) existiert übrigens eine kleine, archäologische Zone, in der immer wieder Ausgrabungen (Wikingerzeit) vorgenommen werden. Aus der Fußgängerzone Overdammen habt Ihr einen zwar eingeschränkten, aber besonders schönen Blick auf den Dom (zunächst romanisch, später gotisch - beide Bauepochen sind im äußeren Erscheinungsbild wunderbar nachzuvollziehen): Von alten Fachwerkhäuschen umgeben, hebt sich in der Ferne die Ostseite (inkl. der mächtige, westliche Turm) des Bauwerkes majestätisch in den dänischen Himmel empor.

 

Am äußersten, nordwestlichsten Stadtrand (jenseits des kleinen Zuflusses zum Ribe-A, dem ein kleiner Jachthafens angeschlossen ist) befinden sich von einem Wassergraben umschlossen - teilweise rekonstruiert - die spärlichen Überreste des Schlosses Riberhus Slotsbanke: Einige wenige Mauern ragen aus dem inselartigen Grund empor, ein neuartiges Denkmal in Form eines Schiffes, aus dessen Bug Königin Dagmar auf Ribe blickt, waren für mich bisher vom Stadtzentrum aus immer wieder einen Spaziergang wert. Auch auf dem Weg nach Slotsbanke passiert Ihr eine ganze Menge kleiner, buntbemalter Häuser - in Ribe stehen über 100 Gebäude unter Denkmalschutz. Habt Ihr genügend Zeit für einen Besuch des a) Wikinger Museums in Ribe oder gar des b) Wikinger Centers etwas außerhalb der Stadt: Tretet ein in ein a) passives oder b) aktives erleben der einstigen Wikingerwelt (meine Wikinger-Empfehlung außerhalb Ribes lautet: Museum Kongernes Jelling in Jelling - siehe weiter unten)...

 


 

Weitere Städte Dänemarks, deren Besuch ich aus unterschiedlichen Gründe empfehle

3 Kilometer nordöstlich von Skagen (etwa 8.000 Einwohner), der nördlichsten Stadt Dänemarks, vereinen sich an der Grenen genannten Sand-Landzunge der Skagen Odde (mit 30 Kilometern Ausdehnung von Hirtshals bis Frederikshavn eine der größten Landzungen, die ich je durchwandert habe) Nord- und Ostsee. Wenn Ihr Euch in Norddänemark aufhaltet, ist ein vom hübsch gestalteten Parkplatz Grenen (Restaurant und natürliche Dünen-Aussichtspunkte) aus startender Fussmarsch zu diesem sich im Wellengang ständig verändernden magischen Punkt unbedingtes Pflichtprogramm! Nehmt Euch in diesem hochattraktiven, ausgedehnten Sandgebiet Zeit, auch den nördlichsten Punkt Dänemarks - Skagen Nordstrand - zu erlaufen (etwa 2 Kilometer westlich des wellenumtosten Zielpunkts etwa 90% aller Besucher dieser windreichen Gegend). Spürt Ihr für den Rückweg Eure Kräfte schwinden, steht ein Traktor-Transportservice (Sandormen, existiert bereits seit den 1940er Jahren) bereit: das rote "Bähnchen" pendelt zwischen Anfang April und Ende Oktober sowie an Weihnachten tagsüber zwischen Parkplatz und Sand-Landzunge hin und her.                   

 

Der Aufstieg auf den 46 Meter hohen Leuchtturm Skagen Gra Fyr (Achtung: 210 Stufen), etwas südlich von Grenen gelegen, hat mich aufgrund seiner Aussicht auf Grenen, Skagen Odde und das sich durch tiefliegende Wolkenbänder schwach am Horizont abzeichnende Schweden beeindruckt. Ein überraschend professioneller Infocenter über den (Zug-)Vogelbetrieb an diesem schönen Flecken Erde rundete meinen etwa 30-minütigen Aufenthalt an diesem 1858 errichteten - auch Grauer Leuchtturm genannten - Bauwerk ab.   

 

Skagen selbst ist eine attraktive, auffällig in den Farben gelb (und auch rot) gehaltene Stadt mit alter Bausubstanz, die jedoch vor allem in den Sommermonaten und zur Weihnachtszeit auch von der dänischen "High Society" zum sehen und gesehen werden genutzt wird. Im Umkreis existieren neben dem Grauen Leuchtturm aufgrund der besonderen Lage einige weitere Leuchtfeuer, von denen mir besonders das 1626 errichtete Wipp Fyr (ähnelt einem Katapult) gefallen hat. 

 

Viborg beherbergt bereits 40.000 Einwohner - eine lockere, stressfreie Fahrt ins Zentrum (sehenswerter Dom) ist jedoch wahrscheinlicher als eine unaufgeregte Anfahrt in die Stadtmitte von Randers, (60.000 Einwohner, viele historische Gebäude) oder gar Aalborg (115.000 Einwohner, noch mehr Highlights wie der Neumarkt Nytorv oder Aalborgtaarnet, ein 55 Meter hoher, futuristisch anmutender Aussichtsturm mit Restaurant in luftiger Höhe, der während meines Besuches bereits geschlossen war).

 

Kopenhagen

Neben der Keinen Meerjungfrau, die als Wahrzeichen Kopenhagens für mich völlig unspektakulär an der Langelinie-Uferpromenade auf einem Stein sitzt, solltet Ihr Euch Schloss Amalienborg (Zentrum, bestehend aus 4 baugleichen Hauptgebäuden), aber auch Schloss Christiansborg (mein Favorit, liegt auf der Insel Slotshomen ebenfalls direkt im Zentrum) und das kathedralenhafte Schloss Rosenborg (am Königsgarten) ansehen. Alle 4 Sehenswürdigkeiten sind - vor allem im Sommer - touristisch grandios überlaufen. 

 

Ich habe übrigens nie in Kopenhagen übernachtet - meine Besuche erstreckten sich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang oder waren kurze Besuche im Rahmen meiner Hin- oder Rückfahrten nach bzw. aus Norwegen (eine der beiden Strecken wurde bisher immer über die Öresundbrücke absolviert, eine per Fährbetrieb von/über Nord-Dänemark aus). Mein  Ratschlag: parkt Euer Fahrzeug in den Außenbezirken Kopenhagens und nähert Euch den Sehenswürdigkeiten im Zentrum entweder per Taxi (oder Bus). Oder - noch angenehmer, bestes Wetter vorausgesetzt - per geliehenem Fahrrad.

 

Die sehenswerte Innenstadt Kopenhagens (Nyhavn, künstlicher Kanal und ehemaliger Handelshafen mit seinen bunten Holzhäusern ist die Touristen-Attraktion der Stadt) ist relativ Fußgängerfreundlich; ihr werdet für Euer Fahrzeug nur schwer einen Parkplatz finden. Neben dem Dänischen Nationalmuseum könnte Euch auch ein Blick in die Nationalbibliothek gefallen, Interesse an alten Büchern und Manuskripten vorausgesetzt.

 

Da ich mich stark für Astronomie interessiere, gehörte ein Besuch des Runden Turms - Europas ältestes nach wie vor funktionierendes Observatorium - zu meinen privaten Ausflugsprogramm. Die Torvehallerne (Lebensmittelmarkt mit großem, kulinarischer Angebot) war ein weiteres Ausflugsziel, das jedoch gerade im Sommer ebenfalls völlig überlaufen ist.   

 

To be continued...