Polen

"Polen habe ich mehrfach - und äußerst ausführlich - bereist, vor allem das ehemalige Ostpreußen (Ermland-Masuren) sowie Gdansk (Danzig), Malbork (Marienburg) sowie Krakow (Krakau, von vielen meiner Bekannten - und auf meinen Reisen von zahlreichen Travellern immer wieder bestätigt - als "schönste Stadt Europas" bezeichnet). Nicht völlig abseits meiner Hauptreiserouten außerdem: Warschau, Sniezka (Schneekoppe), die Hohe Tatra mit Zakopane sowie Świnoujście (Swinemünde) und die Renaissance-Stadt Kazimierz Dolny."   

 

"UNESCO World Heritage Site Kraków Old Town/Cloth Hall (Sukiennice), Main Market Square #Krakow – just before nightfall (November 2017) #Poland #photography #travel #travelling #tourism #reise #reisen."
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"Thanks HOTEL STARY #Krakow (!) Room 303 (between 17-20 November) was amazing! The England National Football Team stayed here during EURO 2012! #LuxuryTravel #historic #architecture #luxury #reiseblogger #travelblogger #business #reisen #Poland."
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Reflection of the years 1772, 1793 & 1795: here I meditate in one of the most beautiful cities in Europe, UNESCO World Heritage Site Kraków Old Town again, St. Mary's Basilica/Main Market Square...
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"Great 3 days with @GajdaLiza in HOTEL STARY in one of the most beautiful cities in europe: #Krakow #Krakau #Poland Thanks STARY for room 303 between 17-20. November! „Team England“ stayed here during EURO 2012! #LuxuryTravel #reiseblogger."
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Polen Allgemein

Als ich zum 1. Mal polnischen Boden betrat, war ich von der Schönheit dieses Landes - vor allem von oben genannten Regionen (Pommern, Ermland-Masuren) sowie der später besuchten Städte Krakau (auch aus meiner Sicht eine der schönsten Städte Europas) und Danzig – stark beeindruckt. Während die ehemalige Hansestadt Danzig mit großflächiger, zumeist gelungener Restaurationsarbeit aufwartet, verpasste mir Krakau einen regelrechten, von mir nicht für möglich gehaltenen Kulturschock: die Stadt ist durchdrungen von Gotik, Renaissance und Barock – dazu addieren sich beinahe sämtliche nachfolgenden Epochen der Kunstgeschichte im recht weitläufigen Stadtbild (wie Neugotik und Jugendstil). Nach meines Besuches habe ich einer meiner (kindlichen) Nichten gegenüber Krakau mit einer architektonischen, bunten (Luftschlangen-)Bombe verglichen, die sich recht plötzlich öffnet, wenn man sich der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt nähert. Für jeden Reisenden, der sich auf Krakau (mit 760.000 Einwohnern 2. Größte Stadt Polens) nicht als Kulturmetropole eingestellt hat, könnte das Stadtensemble wirklich zum Problem werden: ein zu kurz geplanter Aufenthalt (Krakau nahm eine komplette Woche meines Zeitreservoirs in Anspruch) könnte Euch aus einer regelrechten, stetig wachsenden  Kultureuphorie herausreißen. Warschau (lediglich 1x intensiv besucht, meine Fahrten über die Stadtautobahn - auf dem Weg nach Masuren - zähle ich nicht hinzu) stellt übrigens einen eigenen Reisekomplex dar, den ich mit Hilfe einiger, von mir während meiner Reise angefertigten, Reisenotizen abschließend behandeln werde. 

 

Foto Mitte rechts: Das kleine Städtchen Reszel (Rössel/Ermland) mit Ordensburg besuchte ich gleich 2 Mal. Den entsprechenden Reisebericht findet Ihr unten. Von einem Follower wurde ich übrigens nach der abgebildeten Kirche gefragt, da sämtliche (wenigen) Internet-Quellen in deutscher Sprache dieses Bauwerk etwas widersprüchlich identifizieren bzw. den Aufnahmestandort verwässern. Die abgebildete Kirche ist definitiv "St. Peter und Paul" aus dem 14. Jahrhundert. Das  Foto habe ich vom Turm der Kirche "Johannes des Täufers" aufgenommen - nicht von der zwischen 1350 bis 1401 errichteten Burg. Die tatsächlich vorliegenden, abweichenden Infos aus anderen Foren sind also falsch  

 

Polnische Sprache

Polnisch ist eine der am schwierigsten zu erlernenden Sprachen der Welt. Durch Besetzung, Teilung und sogar zeitweise nicht existierendem, eigenem Territorium hat Polen in seiner Geschichte einige Dramen erlebt – die Sprache blieb gerade durch diese wechselvolle Geschichte komplex und hat keinen größeren Vereinfachungsprozess durchgemacht. Auf meinen Reisen stand Polnisch – neben Baskisch – immer auf Platz Nummer 1 unter den von Touris als schwierig eingestuften sprachlichen Kommunikationsmöglichkeiten – noch vor chinesisch oder Koreanisch. Das Ideal wird selbst in Polen nicht immer erreicht. Ein Phänomen ist für mich der deutsche Komiker Steffen Möller, der als Kabarettist in Polen – in polnischer Sprache – seinen genialen Vorstellungen (ich besuchte sein Bühnenprogramm Viva Polonia – Als deutscher Gastarbeiter in Polen) überaus populär Ausdruck verleiht– wenn auch seit Anfang der 2010er Jahre nur noch selten. 

 

Sopot, das internationale Luxus-Bad des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (Foto rechts). Während hier einst Aristokraten und Künstler aus aller Welt abstiegen, finden auch heute wieder zunehmend Kunstausstellungen und Festivals - vor allem polnischer -  Kunstschaffender statt. Sopot ist auch heute noch ein hochattraktives Ostsee-Bad mit breitem Sandstrand und einmaliger, historischer Promenade ("Molo", siehe im Reisebericht weiter unten).

 

Im Kerngebiet der Woiwodschaft Ermland-Masuren (ehemaliges Ostpreußen)
Im Kerngebiet der Woiwodschaft Ermland-Masuren (ehemaliges Ostpreußen)
Reszel (Rössel/Ermland), Blick vom Turm der Kirche "Johannes des Täufers" auf die Kirche "St. Peter und Paul" (14. Jahrhundert)
Reszel (Rössel/Ermland), Blick vom Turm der Kirche "Johannes des Täufers" auf die Kirche "St. Peter und Paul" (14. Jahrhundert)
Der ultimative Gdansk-Kanaldeckel am Langen Markt (Dlugi Targ)
Der ultimative Gdansk-Kanaldeckel am Langen Markt (Dlugi Targ)

 

Die Danziger Rechtstadt (Głowne Miasto) wartet auf engstem Raum mit vielen Sehenswürdigkeiten auf. Eine der   interessantesten städtischen Strukturen, die ich je besucht habe. Die ehemalige Hansestadt hat mich - ähnlich wie Krakau - während meines 1. Besuches (trotz umfangreicher Vorbereitung) mit ihrer prunkvollen Architektur überrascht

 

Obwohl Ihr Euch in Polen zuweilen mithilfe der deutschen Sprache bruchstückhaft verständigen könnt, ist für alle geschichtsinteressierten, die auch kleinere Sehenswürdigkeiten abseits des Weges besuchen möchten, mittelprächtiges Englisch oder gar Kenntnis der komplexen, polnischen Sprache angesagt. Betretet Ihr diese historischen Bauwerke und Museen (Polen ist durchzogen mit historischer Bausubstanz) werdet Ihr ohne vorherige Auseinandersetzung mit Mauerwerk und Geschichte schnell an Grenzen stoßen - denn bei weitem nicht alle Sehenswürdigkeiten sind mit Erklärungstafeln in Deutsch ausgestattet (nicht einmal in Englisch). Vor allem im hochinteressanten Krakau könnte eine polnische Übersetzungs-App in Smartphone oder Tablet hilfreich sein

 

Gesehen während meines Sopot-Aufenthaltes im Grand-Hotel, direkt an der Mole: in der Nähe finden immer wieder kleine Kunstausstellungen statt, die den Glanz vergangener Zeiten  heraufbeschwören
Gesehen während meines Sopot-Aufenthaltes im Grand-Hotel, direkt an der Mole: in der Nähe finden immer wieder kleine Kunstausstellungen statt, die den Glanz vergangener Zeiten heraufbeschwören

 

Sopot bildet zusammen mit Danzig (Gdansk) und Gdynia (Gdingen) die sogenannte Dreistadt Danzig (Trojmiasto Gdansk) - ein Ballungsraum, in dem die Außengrenzen der 3 Städte nicht mehr eindeutig zu lokalisieren sind bzw. sich miteinander vermischen. Sopot ist das Seebad und die Künstlerstadt des Städtezentrums


Malbork (Marienburg)

Malbork (Pommern) ist die größte Burganlage der Welt - ein Reiseziel, von dem ich bereits als Kind geschwärmt habe.

Viele Jahre später habe ich das riesige Mauergebilde schließlich relativ spontan aufgesucht: Obwohl ich die meisten zentraleuropäischen Ziele (bis 1.500 Kilometer) mit einem meiner Sportwagen ansteuere, habe ich diesen Ausflug (wie so oft in weiblicher Begleitung) größtenteils per Flug bewältigt. Ich buchte kurzentschlossen einen Flug von Frankfurt nach Gdansk (5 Übernachtungen), um bereits am 1. Morgen meines Aufenthaltes in der Ex-Hansestadt mit einen Zug nach Osten zu poltern...und nur 60 Minuten später endlich vor der Ex-Ordensburg zu stehen. Den entsprechenden Reisebericht meines 1. Malbork-Besuches lest Ihr weiter unten... 

   

Malbork liegt 60 Kilometer südöstlich von Danzig. Während meines 1. Besuches startete ich von der Ex-Hansestadt (Flug Frankfurt-Danzig) aus per Bahn zur Ordensburg. Ein lang gehegtes, aber völlig spontanes Besuchspaket zu einem der spektakulärsten architektonischen Bauwerke unseres Planeten.

 

Malbork / Marienburg (JR Skye Reiseblog)
"Statues of the Grand Masters of the Teutonic Order". Das weltbekannten Motiv der 4 größten Ordensritter im Innenhof der riesigen Burganlage

 

Öffnung der unzähligen, schweren Eisentore Malborks (siehe beide Fotos oben): 9 Uhr im Sommer, 10 Uhr in der Wintersaison. 

   


Gdansk (Danzig)

Gdansk (Danzig): Die ehemalige Hansestadt hat mich mit ihren prächtigen Bauten während meines 1. Besuches völlig überrascht. Mehr dazu im entsprechenden Reisebericht...
Gdansk (Danzig): Die ehemalige Hansestadt hat mich mit ihren prächtigen Bauten während meines 1. Besuches völlig überrascht. Mehr dazu im entsprechenden Reisebericht...
Gewaltige Bauwerke in Backsteingotik: Im ehemaligen Ostpreußen sind architektonische Perlen in höherer Taktung anzutreffen. Gemauerte Ornamente und Flächenstrukturierungen wurden - und werden - zumeist vorbildlich restauriert
Gewaltige Bauwerke in Backsteingotik: Im ehemaligen Ostpreußen sind architektonische Perlen in höherer Taktung anzutreffen. Gemauerte Ornamente und Flächenstrukturierungen wurden - und werden - zumeist vorbildlich restauriert
Wunderschönes Gdansk (Danzig): Der vergleichende Blick auf historische Fotografien offenbart zuweilen  Abweichungen im Verhältnis Original / Rekonstruktion. Der Wiederaufbau der 1945 zu 90% zerstörten Altstadt war eine Mammutaufgabe
Wunderschönes Gdansk (Danzig): Der vergleichende Blick auf historische Fotografien offenbart zuweilen Abweichungen im Verhältnis Original / Rekonstruktion. Der Wiederaufbau der 1945 zu 90% zerstörten Altstadt war eine Mammutaufgabe

 

Gdansk und Malbork - Wiederaufbau, Konstruktion und Rekonstruktion

In meinem umfangreichen Archiv (auf mehrere Locations verteilt) beherberge ich historische Fotografien und Postkarten, von denen ich während meiner Besuche Danzigs und Malborks  einige Exemplare in meinem Rucksack mitführte: Der vergleichende Blick offenbarte mir gerade bei Danzigs Wiederaufbau nach 1945 Abweichungen. Der Weg, der bei Wiederaufbau und Rekonstruktion nach den verheerenden Zerstörungen im März 1945 begangen wurde (die Klassifizierung: detailgetreu modern) ist vorbildlich und verlangt höchsten Respekt - gegenüber der Stadt Danzig, aber auch gegenüber dem Staat Polen. 

         

Wiederaufbau, Konstruktion und Rekonstruktion: Der Zustand Malborks Im Jahr 1945. Dieses Foto ist im Eingangsbereich der gewaltigen Burganlage zu finden (geknipst während meines 1. Besuches). Der Wiederaufbau seitens des polnischen Saates erfolgte bereits seit 1946...  

 

Nicht nur Danzig und Malbork wurden zwischen 1944 und 1945 zu großen Teilen zerstört, sondern auch und vor allem Warschau (ab 1939, in einer 2. Zerstörungswelle ab 1944). Auch diese geschichtsträchtige - neben den historischen Gebäuden der Altstadt auch in den Außenbezirken mit Prachtbauten reich bestückten- Stadt wurde im Rahmen eines planmäßig durchgeführten Zerstörungswerks dem Erdboden gleichgemacht. Unter dem Strich standen über 10.000 zerstörte Gebäude, davon etwa 1.000 historische Bauwerke (darunter 2 Dutzend Kirchen) in der Trümmerstatistik. Dazu kamen unzählige Büchereien (u.a. die Nationalbibliothek) und 145 Schulen sowie die Universität. Von den zerstückelten Menschenleben ganz zu schweigen. Der Verlust an Bausubstanz betrug 85%. Wie der polnische Staat – vor allem ihre Menschen - die Mauern dieser zerstörten Stadt aus einem beinahe unendlichen Trümmerfeld wiederauferstehen lassen konnte (unter Einsatz von Technologie, Logistik und Lebenskraft) vergegenwärtige ich mir während meiner Besuche Warschaus immer und immer wieder. Diese Auferstehung ist für mich eine der größten Leistungen in der europäischen Geschichte.  

 

Ebenfalls im Eingangsbereich: Ein Foto der Anlage im aktuellen Zustand. Malbork ist eines der meistbesuchten Ziele in Polen und nötigte mir einen 2. Aufenthalt ab. Wahrscheinlich - dies ist jedoch nicht gesichert - bleibt Nummer 2 nicht der letzte Ausflug zur monumentalen Ordensburg, direkt am Fluss Nogat (auf den Hintergrundbildern beider Fotos links: Jeweils links unten).   

  

  



Länderhopping: 6 Länder in 120 Minuten, 7 Länder in 3 Tagen

Strategischer Moment: Weltweit existieren einige Koordinaten, von denen aus Ihr innerhalb kürzester Zeit gleich in mehrere Staaten aufbrechen könnt: Auf europäischem Boden ist die Stadt Bregenz einer dieser Startpunkte. Im Dunstkreis dieser Stadt am Bodensee seid Ihr in der Lage, in 90 Minuten den Boden von 5 Staaten zu betreten (ein wirkliches bereisen schließt dieses Länderhopping natürlich aus), in etwas weniger als 120 Minuten sind sogar 6 Länder möglich.

 

Rechts: im bereits weit im Osten Polens liegenden Mragowo (Sensburg) und in der Nähe von Elk (Lyck). Von diesen Punkten aus ist es nicht mehr weit zur russischen Enklave Kaliningrad (Königsberg), nach Litauen und Weißrussland. Das Foto oben habe ich leicht überbelichtet, um das Ortseingangsschild von Mragowo (aufgenommen um Mitternacht) für Euch identifizierbar zu machen. In Elk empfehle ich die Besichtigung des 33 Meter hohen Wasserturms, der 1895 im neugotischen Stil (eine Rarität) errichtet wurde und ein klasse Museum beherbergt: in dieser sehenswerten Einrichtung wird die Geschichte und Kultur Ostpreußen von einigen deutschstämmigen Elkianern äußerst lehrreich dokumentiert  

 

Gebietskarte im Kreuzgang der Basilika Swieta Lipka (Heiligelinde). Das Foto rechts habe ich - mit meiner rechten Hand, meine linke liegt unter einer weiteren im linken Bildausschnitt begraben - 1 Jahr nach dem linken Bild geknippst. Links reiste ich mit Monika quer durch Polen, rechts (was nicht oft vorkommt) mit 3 weiteren Freunden (Cornelia, Elisa und Simon)

Eine mit etwas mehr Aufwand verbundene Variante - Achtung: nicht zur Nachahmung empfohlen - bietet Euch übrigens die Einreise vom äußersten Osten Polens aus in die russische Enklave Kaliningrad, nach Litauen, Lettland und Estland sowie nach Weißrussland. Wenn Ihr besonders mutig seid, wagt Ihr die Einreise in die Ukraine, die jedoch bereits zu weit im Süden liegt, um als Land Nummer 7 innerhalb eines relevanten Zeitrahmens zu zählen. 

   

In Masuren, bereits weit im Osten Polens. Mragowo (Sensburg) ist ein maritimes Städtchen mit Yachthafen und gut erhaltener Altstadt
In Masuren, bereits weit im Osten Polens. Mragowo (Sensburg) ist ein maritimes Städtchen mit Yachthafen und gut erhaltener Altstadt
In Nikolaiken, einer noch stärker ausgeprägten maritimen Touristenstadt - direkt an den größten Seen Masurens
In Nikolaiken, einer noch stärker ausgeprägten maritimen Touristenstadt - direkt an den größten Seen Masurens

Famose Architektur: Krakau und Danzig durchziehen unzählige Straßen mit wunderschönen Häuserzeilen - unter anderem im flämischen-, spätgotischen-, Barock- und  Renaissance-Stil



Hohe Tatra

Das Teilgebirge der Tatra besuchte ich oft auf polnischer Seite (1/3 des Gebirgsareals gehört zu Polen, 2/3 gehören zu der Slowakei). Das slowakische Gelände bietet auch den höchsten Gipfel der Tatra, Gerlachovskystit (Gerlsdorfer Spitze) mit 2.655 m, die ich jedoch nicht besuchte. Mein am häufigsten angesteuertes Ziel umfasst die aus 3 Gipfeln bestehende Rysy(Meeraugspitze) im Grenzgebiet beider Länder (sowie die touristisch sehr stark erschlossene, polnische Gebirgsstadt Zakopane), deren zweithöchste Erhebung(Nordwestspitze) mit 2.499 Metern der höchste Berg Polens ist. Die Hohe Tatra ist Biosphärenreservat der UNESCO und eines der attraktivsten Naturschönheiten, die ich besucht habe. Relativ kompakt (kleinstes Hochgebirge der Welt mit unter 30 Kilometern Längenausdehnung), bietet das Gebirge zahlreiche (Gletscher-)Seen, Gebirgsflüsse, ausgedehnte Bergwälder, atemberaubende Pässe, tiefe Täler und Höhlen. Das einzige der Öffentlichkeit zugängliche Höhlengewölbe ist Belianska jaskyna auf slowakischer Seite.

 

 

Hohe Tatra - Kuriositäten

In der slowakischen Hohen Tatra sind bis heute Wölfe und Braunbären anzutreffen, Adler und Luchse natürlich auch auf polnischer Seite. Startet Ihr zu einer Bergwanderung im polnischen wie im slowakischen Teil des Gebirges, trefft Ihr recht oft auf Murmeltiere und Gämse. Die Wanderwege sind gut bis sehr gut ausgeschildert, reichen jedoch nicht bis auf die Gipfel hinauf. Hier ist Bergsteigen in Reinkultur angesagt, schließlich ist die Hohe Tatra das Bergsteiger-Mekka Osteuropas. Bergsteigen bzw. Bergsteiger heißt auf polnisch übrigens Taternik, was am genauesten mit Tatrasteiger übersetzt werden kann. Der zuweilen verwendete Begriff goral bedeutet nicht Bergsteiger, sondern Bergbewohner (ein eigenständiges Bergvölkchen). Hier sehen wir, wie weit dieses Gebirge sich sogar in den Kulturträger Sprache - im positiven Sinne - hineingefräßt hat.


Masuren - Land der tausend Seen

Masuren - Land der tausend Seen - ist für mich die landschaftlich schönste Region Polens. Mit dem benachbarten Ermland in die Woiwodschaft Ermland-Masuren zusammengefasst, ist diese Region mit hochinteressanter, alter Bausubstanz (mächtige Ordensburgen wie in Lidzbark-Warminski) bespickt. Mehr über Mazury (und meine Paddel-Ausflüge über Flüsse und Seen - wie meinem mehrtägigen Krutynia-Abenteuer) lest Ihr im entsprechenden Abriss weiter unten.

 

 

Malbork (Marienburg) - ausführlicher Reisebricht

Ein Besuch Malborks (ehemalige Residenz des Deutschen Ordens in Preußen, 13. Jahrhundert, UNESCO-Weltkulturerbe) stand lange Zeit auf meiner Reiseliste - genauer: seit meiner frühesten Kindheit. Den ersten Haken setzte ich während eines Danzig-Aufenthaltes viele Jahre später, den 2. nach einer nicht ganz so gewaltigen Zeitspanne im Rahmen eines 14-tägigen Masuren-Trips. 

 

Entscheidet Ihr Euch für einen Besuch Malborks, rate ich zu jenem Weg, den ich während meines 1. Besuches beschritten habe: Die Kombi Gdansk-Malbork ist nicht nur äußerst komfortabel (eine gemütliche Fahrt - ob per Bahn oder Automobil - durch zumeist unbebautes, flaches Weideland), sondern ebenso spannend wie höchst lehrreich. Langeweile wird während eines 4-5 Tage-Ausfluges jedenfalls nicht aufkommen, dafür bieten beide Orte zu viele Eindrücke, die verarbeitet werden wollen. Großartige Impressionen strömen auf Euch ein; alleine Malbork hält so viele Details in und um sein gewaltiges Backstein-Mauerwerk bereit, daß Ihr recht früh anreisen solltet (Öffnung der unzähligen, schweren Eisentore: 9 Uhr im Sommer, 10 Uhr im Winter).  

"Statues of the Grand Masters of the Teutonic Order". Seid Ihr bis zu diesem Punkt im Innenhof vorgedrungen, werden Euch sämtliche weiteren Ordensburgen wie Miniaturausgaben vorkommen
"Statues of the Grand Masters of the Teutonic Order". Seid Ihr bis zu diesem Punkt im Innenhof vorgedrungen, werden Euch sämtliche weiteren Ordensburgen wie Miniaturausgaben vorkommen

 

Den mit Abstand besten Blick auf die Anlage erhaltet Ihr vom Westufer des Nogat - passiert die frei begehbare, dunkle Fußgängerbrücke, die den Nogat überspannt und wendet Euch nach Süden. Nach etwa 50 bis 100 Metern solltet Ihr einen einigermaßen freien Blick auf die Burg erhalten. Allerdings ist Malbork so überdimensioniert, daß Ihr es nicht fertig bringen werdet, seine Architektur vom Boden aus auf ein allumfassendes Foto zu bannen (die Burganlage misst heute 800 x 220 Meter, einst sogar 1200 x 250 Meter). Da das gesamte Umland völlig flach ist, ist dies ist nur aus der Luft möglich, entsprechende Flugtechnologie steht in und um Malbork für Euch jedoch nicht bereit.

Die Anlage ist in 3 Bereiche aufgeteilt, wie Ihr während Eures Rundganges feststellen werdet: seid Ihr unvorbereitet, empfehle ich eine Führung (in der Regel gut bis sehr gut organisiert); ein umherstreifen aufeigene Faust ist natürlich auch möglich (Audioguide), lege ich Euch aber nur ans Herz, wenn Ihr Euch a) entsprechendes Vorwissen angeeignet habt (unter anderem durch geruhsames weiterlesen dieses Berichtes) oder b) bereits an oben genannter Führung teilgenommen habt. Nehmt Euch für alle 3 Teilbereiche Zeit, Ihr werdet Stunden brauchen, die Anlage in seiner Euch zugänglichen Dimension zu erkunden. 

 

Der Euch in Malbork zur Verfügung gestellte Audioguide ist mehrsprachig und exzellent in Szene gesetzt: technisch auf dem neuesten Stand, werden nicht nur Basics, sondern auch viele Details vorbildlich erklärt. Die empfohlene Route führt Euch zielsicher durch die gesamte Anlage; befindet Ihr Euch in einem anderen Raum als vorgegeben, setzt der Guide kurzerhand an Eurem Standort an und überschüttet Euch mit Infos. Die anschließend gezeigten Fotos führen Euch schließlich wieder auf die empfohlene Route. 

Langgezogene Gänge (wunderschöne, spätgotische Netzgewölbe, siehe Foto links),

aber auch viele Treppen

durchziehen Malbork. Ein barrierefreies umherwandeln

ist in diesem großformatigen Bauwerk nur eingeschränkt möglich. 

 

Auch Malbork unterliegt den goldenen Besuchsregeln großartiger Sehenswürdigkeiten (zu denen auch gemauerte Bauwerke gehören): wie Ihr auf meinen Fotos erkennen könnt, traf ich während meiner beiden Visiten nur selten auf weitere Besucher - auf dem Foto rechts seht Ihr lediglich meinen persönlichen Companion. Malbork ist eine Sehenswürdigkeit, die eindeutig Menschenmassen anzieht!    

Blick aus dem Inneren Malborks in Richtung Westen: das doppeltürmige Nogattor war das Hauptbollwerk des ausgeklügelten, hochkomplexen Erst-Verteidigungssystems des Vorschlosses
Blick aus dem Inneren Malborks in Richtung Westen: das doppeltürmige Nogattor war das Hauptbollwerk des ausgeklügelten, hochkomplexen Erst-Verteidigungssystems des Vorschlosses
Malbork Marienburg J.R. Skye Reiseblog Polen
"Danziger Landkreis". Die Stadtwappen des von 1818 bis 1887 bestehenden, westpreußischen Landkreises. Im seitlichen Lichteinfall werden im Innern Malborks unzählige, auch "neuere" Inschriften sichtbar

 

Das Vorschloss ist gewissermaßen das Vorgeplänkel und besteht aus Erdwerken (in der Vergangenheit flutbare Gräben), Wehrmauern, Türmen und Basteien. Das Hauptbollwerk stellt das doppeltürmige Nogattor dar, das ich aus dem Innern der Anlage auf dem Foto oben abgelichtet habe. Das gesamte Bollwerk war einst so organisiert, daß „Besucher“ 14 Tore (beachtet jene Exemplare hinter mir auf den Fotos oben) sowie 3 Zugbrücken und Fallgatter passieren mussten, um in das Hochschloss zu gelangen. Zum Vorschloss gehören außerdem das Zeughaus, die Lorenzkirche sowie die Wirtschaftsgebäude, die heute teilweise als Hotelgenutzt werden. Das Mittelschloss ist das Highlight Malborks, in den 3 Flügeln werdet Ihr Euch während Eures Besuches die meiste Zeit aufhalten -  besonders im Westflügel - denn hier befindet sich der Hochmeisterpalast (Wohnräume des Hochmeisters und der polnischen Könige, Winter- und Sommerspeisesaal, inkl. beheizter Fußböden!) sowie der große Remter (größter Raum der Burganlage, hier fanden sage und schreibe 400 Menschen Platz; dieser Raum gilt als das Musterbeispiel profaner Räumlichkeiten des gesamten Mittelalters). Im Nordflügel war schließlich die Firmarie (medizinische Abteilung) untergebracht.

 

Bemerkenswertes Malbork: architektonische Meisterleistungen - immer wieder bis ins kleinste Element - durchdringen die gesamte Burganlage
Bemerkenswertes Malbork: architektonische Meisterleistungen - immer wieder bis ins kleinste Element - durchdringen die gesamte Burganlage

 

Ich drang jeweils zum frühestmöglichen Zeitpunkt in die Burg ein: um 9 Uhr werden in Malbork das ganze Jahr über die schweren Eisentore hochgezogen



 

Der Besuch von außergewöhnlichen Orten - praktische Tipps

 

Die Regeln sind immer gleich, egal wo Ihr auf diesem Planeten strandet: wer die Magie eines Ortes spüren möchte, sollte religiöse Feiertage, Sonnenwenden, Tag- und Nachtgleichen, Schul- und Semesterferien und ganz allgemein Sonntage - kurz: jede Art von potentiellem Besucherandrang (sprich: Massentourismus) - meiden. Da das Gesamtpaket so gut wie nie stimmig ist, lauten die Besucher-Basics für ausgewiesene Sehenswürdigkeiten: Frühe Morgen oder Abendstunden (wenn es sich einrichten lässt - objektbedingt - auch nach Einbruch der Dunkelheit).

Grandiose, spätgotische Netzgewölbe überspannen unzählige Räumlichkeiten Malborks (wie hier den "Großen Remter"). Ab 10.30 Uhr wächst das Interesse weiterer Besuchergruppen - betretet die größte Burganlage der Welt zum frühestmöglichen Zeitpunkt
Grandiose, spätgotische Netzgewölbe überspannen unzählige Räumlichkeiten Malborks (wie hier den "Großen Remter"). Ab 10.30 Uhr wächst das Interesse weiterer Besuchergruppen - betretet die größte Burganlage der Welt zum frühestmöglichen Zeitpunkt

 

Besucht Ihr die größten, ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten dieser Welt, solltet Ihr nur anreisen, wenn die Besuchermassen entweder abtransportiert oder noch nicht angekarrt wurde. Schichtweise Besucheranlieferung findet übrigens auch zu lokalen Festivitäten statt - aber ich möchte an dieser Stelle nicht übertreiben. Die faszinierensten Spots sind übrigens die unerschlossenen: abgelegen und schwer zu erreichen, in Reiseführern maximal per Nebensatz erwähnt, ohne angegliederte Souvenirshops oder Restaurants. 



 

Das Hochschloss stellt die Klosterfestung der Ritter dar, die Besichtigung des 66 Meter hohen Glockenturms, der als Teil des Hochschlosses auch als Wachturm diente (das Hochschloss besitzt 2 Exemplare) kostet extra, lege ich Euch allerdings nahe. Der Dansker (den ich in meinen Unterlagen während meines 1. Malbork-Besuches als Turm Nummer 1 markiert habe) war zugleich Toilettenturm der Ritter, zugänglich über einen begehbaren Gang von 60 Metern Länge. Das gesamte, ebenfalls per Graben (20 Meter breit und 15 Meter tief) geschützte Hochschloss ist als rechteckige Kastellanlage konzipiert mit Kirche, Kreuzgang, Kapitelsaal, Dormitorien und großartigen Netzgewölben in nahezu sämtlichen Räumlichkeiten. Einer der beiden Türme des Hochschlosses, der Pfaffenturm, wurde in Laufe der Geschichte übrigens 2 Mal völlig zerstört und wiederaufgebaut: 1410 und 1945.

 

Neben der unaufdringlichen Kommerz-Abteilung (es existieren 1 Schloss-, 1 Andenken- und 1 Bernsteinladen) sowie 2 Restaurant-Cafés (Sommer-Wintersaison, wechselnd geöffnet) ist das große Schlossmuseum eines jener Räumlichkeiten, denen Ihr nicht aus dem Weg gehen könnt - da es in Eurem Rundgang (per Führung und Audioguide) integriert ist. Und dieses Museum hat es in sich: Ihr bewundert 2 Dutzend Sammlungen aus den Bereichen Architektur und  Geschichte wie die äußerst sehenswerte Bernsteinsammlung, aber auch eine Skulpturen- und  Münzsammlung. Wie in beinahe jeder größeren Burg, bekommt Ihr natürlich auch schweres Kriegsgerät (Militärsammlung) zu Gesicht. 

 

Das Vorschloss ist gewissermaßen das Vorgeplänkel und besteht aus Erdwerken (in der Vergangenheit flutbare Gräben, rechts gut zu erkennen), Wehrmauern, Türmen und Basteien
Das Vorschloss ist gewissermaßen das Vorgeplänkel und besteht aus Erdwerken (in der Vergangenheit flutbare Gräben, rechts gut zu erkennen), Wehrmauern, Türmen und Basteien
Weit aus dem Inneren Malborks: Blick auf das doppeltürmige Nogattor, dem Hauptbollwerk der Anlage
Weit aus dem Inneren Malborks: Blick auf das doppeltürmige Nogattor, dem Hauptbollwerk der Anlage

Malbork am frühen Morgen: im Licht der aufgehenden Sonne, frei von Besucherandrang. Meidet - wenn möglich - Wochenenden. Auch der Montag hat einen Haken: an diesem Tag sind nicht alle Räumlichkeiten zugänglich

Überdimensionale Eisentore mit und ohne Falltechnik: gewaltige Schutzsysteme ziehen sich von Vor- bis Hochschloss, hier im gleißend hellen Licht der Morgensonne
Überdimensionale Eisentore mit und ohne Falltechnik: gewaltige Schutzsysteme ziehen sich von Vor- bis Hochschloss, hier im gleißend hellen Licht der Morgensonne

Ein Arsenal an Toren (14 Exemplare) Zugbrücken (3) und Fallgitter (3) musste ein Besucher durchschreiten, der  einst beim Hochmeister im Hochschloss vorsprechen wollte   

 

Zerstörung und Verfall: Selten trefft Ihr auf Zeugnisse des Niedergangs, Malbork wurde und wird vorbildlich Restauriert
Zerstörung und Verfall: Selten trefft Ihr auf Zeugnisse des Niedergangs, Malbork wurde und wird vorbildlich Restauriert

Auf dem Weg von Mittelschloss zu Hochschloss überquert ihr auch heute noch eine Zugbrücke. Hier der Blick nach links auf einen leicht lädierten Teil der Außenmauern     


Beeindruckende, mittelalterliche Wandmalereien befinden sich im Kapitelsaal des Hochschlosses; diese beiden (vor allem das linke) waren meine Favoriten  

 

 

Krakau - die schönste Stadt Europas?

Die Stadt ist durchdrungen von Gotik, Renaissance und Barock – dazu addieren sich beinahe sämtliche nachfolgenden Epochen der Kunstgeschichte im recht weitläufigen Stadtbild (wie Neugotik und Jugendstil). Außerdem hat Krakow über 100 Kirchen und Klöster im Angebot – darunter einige außerordentliche Perlen wie die relativ unbekannte Franziskus-Kirche (siehe weiter unten) oder St. Barbara.

 

Rynek Główny, der im Sommer bei Tag und Nacht pulsierende, mittelalterliche Marktplatz Krakaus (einer der gewaltigsten Marktplätze Europas), ist das Zentrum dieser wunderschönen, architektonisch höchst ungewöhnlichen Stadt. Während meines Besuches im Juli (in Polen herrscht Urlaubszeit, die Monate Juli und August sind traditionell für die Sommerferien reserviert) war dieser überdimensionale Platz überfüllt mit Straßenhändlern, Portrait- und Kunstmalern, Sängern, Maestros und vielen weiteren, zumeist jungen Interpreten – und nicht zuletzt mit internationalen und einheimischen Touristen (hier passend), die ihre freien Tage dazu nutzten, diesem Platz mit seinen unzähligen Cafés und Restaurants Leben einzuhauchen. Während meines Besuches passten übrigens auch die Basics, denn neben einer niveauvollen Begleitung war sogar das Wetter auf meiner Seite - wolkenloser Himmel bei 20 Grad. Ich verglich das rege Treiben an und um Rynek Glowny - die Straßenhändler, die Gaukler und Tänzer - insgeheim mit Marrakesch in Marokko: während letztgenannte die orientalische Version darstellte, war Krakau im Juli für mich die märchenhafte, europäische Variante. Dieses geschäftige – und an diesem Ort überaus kultivierte - Treiben habe ich in dieser Größe selten in europäischen Städten gesehen, eher in asiatischen oder eben in nordafrikanischen Metropolen.

Sämtliche Fiaker-Fahrten (der kroatisch-ungarische Begriff Fiaker steht in Krakau für die traditionellen, weißen Kutschen-Gespanne) starten von Rynek oder dem Matejko Platz; auch ich gönnte meiner Begleitung und mir einen waghalsigen Spaß und angesichts der vielen, neuen Eindrücke (unsere Kutsche wurde von einem noch recht jungen Kutscher gesteuert, wahrscheinlich einem Studenten) genossen wir charmante, aber auch aufregende Minuten. Wer Krakau besucht, sollte neben Rynek Glowny mit seinen Tuchhallen, der Marienkirche und dem alten Rathaus auch das Königsschloss Wawel und die Wawel-Kathedrale besuchen. Oder ganz einfach (zu Fuß) entspannt durch die Altstadt schlendern (folgt dem sogenannten Königsweg, einem touristischen Rundgang durch das historische Viertel) - wie über die Flaniermeile Ulica Florianska, die sich zwischen Florianstor und dem Marktplatz erstreckt. Zu Eurem Besuchsprogramm könnte aber auch Oskar Schindlers Fabrik (Fabryka Emalia Oskara Schindlera) stehen (Achtung: schwierige Kost. Ich empfehle einen Besuch außerdem nur, wenn Ihr des Englischen ausreichend oder gar des Polnischen mächtig seid).

 

Zwei besondere Highlights sind außerdem die Franziskus-Kirche (Kosciol Franciszkanow, wie bereits oben erwähnt sowie unten) und  die Wawel-Höhle direkt neben Schloss Wawel (der historischen Behausung der polnischen Könige) am südlichen Rand der Altstadt.

 

 


 

Art Niveau: Die Franziskuskirche am südlichen Rand der Altstadt - ein kirchliches Kleinod

Die gotische Franziskuskirche (1249 geweiht) ist ein kleines, etwas versteckt liegendes – und dadurch nicht besonders zahlreich besuchtes - Gebäude des angrenzenden Franziskanerklosters (Franziskanerstraße 2). Das Kloster ist übrigens eine Sehenswürdigkeit des mittelalterlichen Kleinpolnischen Jakobsweges, der erst 2009 offiziell wiedereröffnet wurde. Die im Innern recht dunkle Kirche besitzt herausragende Jugendstil-Buntglasfenster  des großen, polnischen Künstlers Stanislaw Wyspianski (1869-1907), außerdem könnt Ihr mit Blumenmotiven bemalte Wände (ebenfalls im Jugendstil) bewundern, was mir nicht nur in Franziskanerklöstern angeschlossenen Kirchen bisher noch nicht untergekommen ist. Ein Blick auf die Renaissancebilder im Kreuzgang zwischen Kirche und Kloster ist ebenfalls lohnend. Wenn es Eure Zeit erlaubt, besucht ruhig eine Messe, auch wenn Ihr des Polnischen nicht 100% mächtig seid.

 

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Wolfsschanze (Wolf´s Lair), Ketrzyn (Rastenburg)/Gierloz (Görlitz), Ermland-Masuren

 

Polen hat eine dramatische Historie aufzuweisen: immer wieder besetzt, zerrissen, teilweise verkauft - und staatsgebietstechnisch phasenweise überhaupt nicht existent. Wenige

Länder, wenige Kulturen (sie existieren und sind - teilweise - mit dem

Schicksal Polens verbunden) haben eine ähnliche - oder gar grausamere - Biografie

vorzuweisen. Eine Gemeinsamkeit: Identität – trotz Schmerz...und dem Versuch der Wegnahme jeglicher Perspektive. Das 20. Jahrhundert hielt die größten Schrecken bereit –

ich habe einige Anläufe unternommen, diesen Ort tatsächlich zu besuchen: 

 

Wolfsschanze (54° 4′ 46″ N, 21° 29′ 37″ E). Mitten in einem sumpfigen Areal - innerhalb ausgedehnter Wälder - bei Ketrzyn gelegen, habe ich mehrere Besuche Polens benötigt, um dieses Gelände zu betreten. Beachtet die Warnschilder. Trotz mehrsprachiger Empfehlungen drang ich in einen der Bunker ein - und verletzte mich so sehr, daß mein linker Arm mehrere Monate nur eingeschränkt einsatzfähig war. Meine Erkenntnis (und die meiner Mitarbeiter sowie vieler Bekannter und Freunde) in nur 3 Worten: "Ein böser Ort" ("a bad location")...      

Wolfsschanze (Wolf´s Lair), Ketrzyn...
Wolfsschanze (Wolf´s Lair), Ketrzyn...
Wolfsschanze...
Wolfsschanze...
Krutynia...
Krutynia...

to be continued...